Jörg Asmussen
Asmussen, der schon fünf unterschiedlichen Finanzministern gedient hat, entscheidet sich für den Pragmatiker. Anderes würde man ihm auch kaum abnehmen. Das Risiko, dass in dieser Bezeichnung liegt, ist ihm bewusst: "Pragmatiker ist in Deutschland im Zusammenhang mit der Geldpolitik nicht unbedingt positiv, im europäischen und internationalen Kontext ist es aber ein positiv besetzter Begriff."
Ein Held derer, die in der deutschen Ökonomie und Publizistik eine harte geldpolitische Linie fordern, will der SPD-Mann offenbar nicht werden. "Es gibt Leute, für die sind die Zinsen immer zu niedrig, für andere immer zu hoch." Daher müsse man sich vor den Entscheidungen gründlich die Daten anschauen.
Für diese Datensammlung und vor allem Bewertung wird Asmussen zuständig sein, wenn er Starks Position als Chefvolkswirt übernimmt. Dass ihm der Ausschuss und damit aller Voraussicht nach das Gesamtparlament keine Steine in den Weg legen würde, war schon vorher absehbar. Per Akklamation stimmten Christdemokraten, Sozialdemokraten, Linke und Grüne nach der Anhörung für den 44-Jährigen. Trotzdem begann der sonst redegewandte bisherige Spitzenbeamte seinen Vortrag mit belegter Stimme. Erstmals muss er jetzt für sich werben und nicht wie sonst für die Politik seiner Regierung.