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30.10.2010, 14:00
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Gedeckte Schuldverschreibungen:
Das heikle Innenleben öffentlicher Pfandbriefe
Pfandbriefbanken legen Wert auf die Stabilität ihrer Anlagepapiere. Doch wirklich sicher ist die Anlage längst nicht mehr: In den Deckungsstöcken öffentlicher Pfandbriefe stecken auch Forderungen gegen Spanien, Portugal und Griechenland.
von Thomas Bolte
Wie ein Fels in der Brandung - so beschreiben Pfandbriefbanken hierzulande gerne die gedeckten Schuldverschreibungen. Der deutsche Pfandbrief gilt als eines der sichersten und risikoärmsten Anlageprodukte. Seit Inkrafttreten des Hypothekenbankgesetzes, dem Vorläufer des Pfandbriefgesetzes, vor über 100 Jahren gab es keinen Ausfall eines Pfandbriefs.
Doch auf dem Höhepunkt der Schuldenkrise in Griechenland bekamen es Anleger mit öffentlichen Pfandbriefen im Depot dennoch mit der Angst zu tun. Kein Wunder: Während in der Deckungsmasse der Hypothekenpfandbriefe der Immobilienanteil aus den Problemländern bei den meisten Emittenten vergleichsweise gering ausfällt, wiegen die Anteile an Forderungen gegen Spanien, Portugal, Irland, Italien und Griechenland mit teilweise einem Viertel des Deckungsstocks in einigen öffentlichen Pfandbriefen sehr schwer.
So funktionieren Jumbo-Pfandbriefe
Die Anleihen dieser Länder dienen neben der Zahlungskraft der emittierenden Bank als Garantie dafür, dass die gedeckten Bonds bedient werden. Das Problem: Bei sinkenden Kursen dieser Staatsanleihen sinken im Prinzip auch die Deckungswerte der öffentlichen Pfandbriefe.
Angespannt ist die Situation etwa bei der Deutschen Pfandbriefbank, einer Tochter der Hypo Real Estate Gruppe (HRE), bei der Anleihen aus den fünf unter Druck stehenden Ländern immerhin 25 Prozent der Deckungswerte ausmachen. Kaum besser sieht es bei der genossenschaftlichen DG Hyp aus. Hier entfallen 24 Prozent auf die Problemländer. Mit einem blauen Auge kommen die Düsseldorfer Hypothekenbank (15 Prozent), die Deutsche Hypothekenbank Hannover (13 Prozent) und die
Aareal Bank (11 Prozent) davon. Alles im grünen Bereich ist es dagegen bei der Dekabank (2 Prozent) sowie bei der Deutschen Kreditbank, der LB Baden-Württemberg und der Nord/LB (jeweils 1 Prozent).
Unterm Strich aber haben Pfandbriefe die Finanzkrise unbeschadet überstanden. Zwar wurden öffentliche Pfandbriefe, in denen neben Krediten an den deutschen Staat auch Forderungen gegen die fünf Krisenstaaten Spanien, Portugal, Irland, Italien und Griechenland stecken, in den vergangenen Monaten zeitweise mit deutlichen Risikoaufschlägen gehandelt. Außerdem sank das Emissionsvolumen öffentlicher Pfandbriefe weiter. Doch die derzeitige Flaute bedeutet nicht, dass die Staatsfinanzierung mit öffentlichen Pfandbriefen dauerhaft zum Erliegen kommt. Spätestens 2012 dürfte das Geschäft wieder an Dynamik gewinnen.
Teil 2: Niedrigzinsen verringern Margen öffentlicher Pfandbriefe
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FTD.de, 30.10.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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