Kommen ohne einander nicht aus: Der chinesische Präsident Hu Jintao und sein US-Kollege Barack Obama
Bislang wurden die in London getätigten Investitionen in US-Staatsanleihen Großbritannien zugerechnet. Trotz der geänderten Erhebungsmethode bleiben die Briten auf Platz drei der größten US-Gläubiger im Ausland. Ende Dezember hielten Anleger in Großbritannien demnach Treasuries im Umfang von 272 Mrd. Dollar. An zweiter Stelle lag Japan mit einem Volumen von 882 Mrd. Dollar. Der Gesamtbestand an Treasuries in den Händen ausländischer Investoren liegt den neuen Zahlen zufolge bei 4440 Mrd. Dollar.
Die neuen Daten zu China sind politisch brisant, weil sie die Abhängigkeit der USA von der Volksrepublik verdeutlichen. Mit ihren Investitionen in US-Staatsanleihen tragen die Chinesen dazu bei, dass die Vereinigten Staaten trotz ihrer hohen Schuldenlast günstig frisches Geld an den Märkten aufnehmen können. Sollte Peking aber eine größere Menge an Treasuries verkaufen, würden deren Kurse fallen. Als Ausgleich würden Anleger für Investitionen in die Papiere eine höhere Rendite verlangen, was langfristig die Refinanzerungskosten der USA in die Höhe treiben würde.
Peking will einen Teil seiner Reserven umschichten
Die chinesische Regierung hat wiederholt angekündigt, ihre Devisenreserve im Umfang von rund 2850 Mrd. Dollar diversifizieren zu wollen. Sie will die überwiegend in Dollar und US-Staatsanleihen gehaltenen Bestände also teilweise in andere Anlagen umschichten. Nach den Statistiken des US-Finanzministeriums ist das Volumen amerikanischer Staatsanleihen in den Händen chinesischer Investoren in den vergangenen Jahren aber stetig gestiegen. Da die USA der wichtigste Absatzmarkt für chinesische Exportwaren sind, kann Peking sich eine rasche Umschichtung seiner Devisenreserve gar nicht erlauben. Denn eine Stützung der US-Wirtschaft liegt im ureigensten Interesse der Volksrepublik.