Für diese drei Länder führt die Ratingagentur als Grund für die angedrohte Herabstufung vor allem grundsätzliche Sorgen an. Diese werden in den Berichten zu allen 15 Staaten angeführt - nämlich welche Auswirkungen die sich verschärfenden politischen, fiskalischen und finanziellen Probleme innerhalb der Euro-Zone auf den Währungsraum haben.
Angeführt werden das Kreditversorgung, das Wirtschaftswachstum und eine steigende Staatsverschuldung.
Nach Ansicht von S&P haben die bisherigen Aktionen der Politik gezeigt, dass es strukturelle Defizite in der Entscheidungsfindung in der Euro-Zone gibt. Gemeint ist damit die politische Kakofonie und der Umstand, dass es in Europa sehr lange dauert, bis Kompromisse verkündet werden. Hintergrund ist, dass die Staaten zwar alle an einem Strang ziehen müssen, um Europa als Gemeinschaft zu erhalten. Zugleich vertreten sie aber in Verhandlungen auch nationale Interessen. Das macht die Konsenssuche oft schwer, zumal die Beschlüsse der 17 Euro-Länder oftmals von allen 27 EU-Staaten abgesegnet werden müssen.
Vor diesem Hintergrund werde man die Vorhersagbarkeit und die Reaktionsstärke der Regierungen analysieren, unterstrich S&P. Zudem wird die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) und deren Auswirkungen auf die Finanzmärkte, die Realwirtschaft und die Kreditwürdigkeit der Staaten analysiert.
Eine Herabstufung will Standard & Poor's nach eigenen Angaben unter anderem dann vornehmen, wenn die Agentur zu dem Schluss kommt, dass das Handeln der EZB nicht ausreichen wird, um zu erwartende wirtschaftliche und finanzielle Schocks als Folge der Krise abzuschwächen. Dies Argumentation gilt für alle 15 unter Beobachtung gestellte Länder sowie Zypern, das längst mit negativem Ausblick versehen ist.
Im Falle der exportorientierten Bundesrepublik begründete die Agentur die mögliche Herabstufung Deutschlands mit seiner engen Verflechtung innerhalb Europas und den damit einhergehenden Gefahren für die Wirtschaft. S&P sei in Sorge über "die potenziellen Folgen dessen, was unserer Ansicht nach immer tiefer greifende politische, finanzielle und geldpolitische Probleme mit der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion sind".