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Merken   Drucken   06.11.2008, 07:00 Schriftgröße: AAA

Island und die Folgen: Nordländer sehnen den Euro herbei  

Lange Zeit standen viele Bürger dem Euro skeptisch gegenüber. Doch die Stimmung ist gekippt: Im Zuge der Kreditkrise hoffen Länder wie Dänemark oder Schweden auf einen schnellen Beitritt zur Währungsunion. Doch die steckt selbst in Schwierigkeiten. von Tobias Bayer (Frankfurt)
Es sind neue Töne. Noch im Jahr 2000 sprach sich die Mehrheit der Dänen gegen einen Beitritt ihres Landes zur Währungsunion aus. Doch im Zuge der Kreditkrise änderte sich das: Inzwischen sehnt eine Mehrheit der Bürger den Euro herbei. Premierminister Anders Fogh Rasmussen will spätestens 2011 ein Referendum darüber abhalten. "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir große Unterstützung brauchen, um die dänische Währung zu stützen und Stabilität zu gewährleisten", sagte er.
Mag der Euro gegenüber dem Dollar auch abwerten. Die Gemeinschaftswährung ist einer der Gewinner der Vertrauenskrise auf dem Kapitalmarkt. Denn: In solch unsicheren Zeiten suchen viele Länder Schutz unter einem einheitlichen Währungsregime. Viele Staaten befinden sich unter erheblichem Druck. So mussten Island, Ungarn und die Ukraine Hilfe beim Internationalen Währungsfonds beantragen, um hohe Auslandsverbindlichkeiten zu decken. Seitdem geht in Europa die Angst um.
Neben den Dänen sind beispielsweise auch die Schweden an einem Beitritt zur Euro-Zone interessiert. In einer aktuellen Umfrage sprachen sich 46 Prozent der Befragten für die Gemeinschaftswährung aus, 2003 hatte die Bevölkerung noch gegen einen Beitritt zur Euro-Zone gestimmt. Die Politik denkt ähnlich Euro-freundlich: "Wir hätten der Währungsunion schon vor Jahren beitreten sollen. Dann wären wir jetzt besser dran", sagte Cecilia Malmstrom, schwedische Europaministerin.

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