Demonstranten protestieren in Kalifornien gegen Ausgabenkürzungen
Seit vergangener Woche zahlt Kalifornien erstmals seit 1992 einen Teil seiner Verbindlichkeiten mit Schuldscheinen. Hintergrund ist ein Streit zwischen dem republikanischen Gouverneur
Arnold Schwarzenegger und dem Parlament des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaats. Beide Seiten können sich nicht einigen, wie sie ein Haushaltsloch von 26 Mrd. $ schließen sollen.
Kalifornien wird von der Krise hart getroffen: Die erwarteten Steuereinnahmen im vergangene Woche abgelaufenen Haushaltsjahr dürften aufgrund der Rezession um über 20 Prozent schrumpfen. Kalifornien hat von allen Bundesstaaten die schlechteste Bonitätsnote.
Bis Ende des Monats könnte der einst reichste Bundesstaat IOUs im Wert von 3,2 Mrd. $ ausstellen. Sie werden etwa benutzt, um für soziale Dienste und Steuerrückzahlungen an Bürger aufzukommen. Die Schuldscheine werden spätestens am 2. Oktober fällig und werfen jährlich 3,75 Prozent Zinsen ab.
Die abwehrende Haltung der Banken ist nicht nur für Kalifornien ein Problem. Zahlreiche Bürger und Unternehmen halten IOUs und vertrauen darauf, die Papiere gegen Bargeld eintauschen zu können. Bis Mittwoch waren rund 90.000 Papiere im Umlauf. Jetzt herrscht gewaltige Unsicherheit - und dubiose Lockangebote im Internet nehmen rasant zu. Auf Webseiten wie Craigslist finden sich zahlreiche Angebote, die darauf abzielen, IOUs zu einem Spottpreis aufzukaufen. Der Investmentberater JJ Feldman aus Los Angeles beispielsweise offeriert Barzahlungen für einen Abschlag von 15 Prozent.