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Merken   Drucken   09.01.2012, 14:24 Schriftgröße: AAA

Konjunkturhilfe der Notenbank: US-Notenbanker fordert neue Anleihekäufe

Die jüngsten Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten deuten auf eine Erholung hin. Dem Präsidenten der Fed von San Francisco reicht das nicht: Er facht die Debatte über Konjunkturhilfen der Notenbank neu an.
John Williams sitzt erst seit wenigen Tagen im Board der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed), schon sorgt er für Aufsehen. Der Gouverneur der regionalen Fed von San Franciso forderte laut "Wall Street Journal", die Währungshüter sollten wieder US-Staatsanleihen kaufen, wenn seine Prognose eines schwachen Wachstums und einer niedrigen Inflation zuträfe.
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Die amerikanische Notenbank hat zwei solche großangelegten Programme hinter sich. (Quantitative Easing, QE). Viele Analysten fordern ein QE3 im Volumen von 500 bis 750 Mrd. Dollar, um die Wirtschaft anzukurbeln. Die Äußerungen Williams könnten darauf hindeuten, dass ein solcher Schritt wahrscheinlicher wird.
Bislang ist die Notenbank uneins über ihre Politik. Erst kürzlich forderte Eric Rosengren, Chef der Fed von Boston, eine Neuauflage, um dem Häusermarkt auf die Beine zu helfen. Am Samstag erteilte der Fed-Präsident von St.Louis, James Bullard, genau diesem Ansinnen eine Absage, weil die Wirtschaft gerade anziehe.
Neues Ungleichgewicht Bullard verliert aber im Board of Gouverneurs der Fed an Unterstützung - aufgrund der Zusammensetzung des Gremiums. Denn während dort einige Positionen fest belegt sind - etwa durch Fed-Chef Ben Bernanke  oder den Gouverneur der Notenbank von New York (derzeit William Dudley) - , rotieren andere Stellen unter den regionalen Fed-Chefs. Williams gehört in die Reihe der sogenannten Tauben, die ein aktiveres Eingreifen der Notenbank fordern.
Durch die Wechsel gewinnen die Verfechter der weichen Linie die Oberhand: Ende Dezember schieden mit Richard Fisher  (Dallas), Narayana Kocherlakota (Minneapolis) und Charles Plosser (Philadelphia) drei Gouverneure aus, die eher der strengeren Kategorie der Falken wie Bullard zugerechnet werden. Die drei Nachrücker Sandra Pianalto (Cleveland), Dennis Lockhardt (Atlanta) und eben Williams gelten hingegen als Tauben.
Williams zufolge sinken derzeit die Importpreise, gleichzeitig seien die Löhne aber unter Druck. Seiner Ansicht nach wird die Inflation im laufenden Jahr auf 1,5 Prozent und damit unter die Zielmarkt der Fed von zwei Prozent sinken.
Das Wirtschaftswachstum prognostiziert Williams für das laufende Jahr mit 2,25 Prozent und für das kommende mit drei Prozent. Dies werde nicht ausreichen, um die Arbeitslosenquote bis zum Ende des Jahres 2013 unter die Marke von acht Prozent zu drücken.
Der Zeitung zufolge gab Williams das Interview bevor am vergangenen Freitag die Arbeitsmarktdaten veröffentlicht wurden. Diese waren deutlich besser ausgefallen als erwartet. Williams betont im Anschluss aber noch einmal per Email, dass diese Werte nichts an seiner Einstellung änderten.
  • FTD.de, 09.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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