Der Kampf gegen die Inflation rückt in den Hintergrund. Die Abkühlung der Weltwirtschaft hat die Boom-Staaten China und Indien erreicht. Die Zentralbanken greifen ein.
von Barbara SchäderFrankfurt
Aus Sorge um das Wirtschaftswachstum hat die indische Zentralbank erstmals seit März 2010 eine Zinspause eingelegt. Nach 13 Erhöhungen in Folge ließen die Währungshüter den Leitzins auf ihrer Sitzung am Freitag unverändert bei 8,5 Prozent. Die Reserve Bank of India (RBI) reagierte damit auf die Abkühlung der Konjunktur: Im dritten Quartal ging das Wirtschaftswachstum auf 6,9 Prozent zurück, das war die niedrigste Rate seit dem Krisenjahr 2009. Außerdem sank im November die Inflationsrate von 9,7 auf 9,1 Prozent, was den Währungshütern im Kampf gegen die Teuerung eine kleine Atempause verschaffte.
Indien ist nach China und Brasilien das dritte große Schwellenland, das aus Sorge um die Konjunktur einen geldpolitischen Kurswchsel vornimmt. Die brasilianische Zentralbank vollzog Anfang September eine Kehrtwende und senkte nach fünf Erhöhungen in Folge ihren Leitzins. Die People's Bank of China (PBOC) reduzierte Ende November erstmals seit 2008 die Mindestreserve, die Kreditinstitute bei der Zentralbank hinterlegen müssen. Das vergrößert den Spielraum der Geldhäuser, die heimische Wirtschaft mit Krediten zu versorgen.
Direktinvestitionen gehen zurück
Die Schwellenländer wollen die Folgen der drohenden Rezession in Europa abmildern. Deren Vorboten bekommen sie schon jetzt zu spüren: Die ausländischen Direktinvestitionen in China gingen im November erstmals seit 28 Monaten zurück. Gegenüber dem Vorjahr fielen sie laut Mitteilung vom Donnerstag um 9,8 Prozent auf 8,8 Mrd. Dollar. Das weckte Erinnerungen an das Krisenjahr 2009, als die ausländischen Direktinvestitionen allein im Juli um 35,7 Prozent einbrachen.
Aus Sicherheitsgründen möchten wir Ihre E-Mail-Adresse bestätigen.
Klicken Sie bitte dazu den Aktivierungs-Link, den wir Ihnen
gerade per E-Mail an zugesendet haben.
Kursverluste, Ärger mit Behörden und der Nasdaq: Das Börsenparkett ist zu glatt für Facebook. Die Internetstars aus Kalifornien sehen am Aktienmarkt aus wie Anfänger. Damit es Ihnen nicht so geht: Testen Sie Ihr Börsenwissen.
Bei einem Verlust von 30 Prozent - wie stark müsste der Aktienkurs steigen, damit Sie wieder beim Anfangsniveau angelangt sind?
Seit der Erstnotiz ging der Kurs der Facebook-Aktie Tag für Tag nach unten. Erstmals erzielt das Papier nun einen Tagesgewinn. Neue Daten zum Streubesitz der Aktie lassen aber nichts Gutes vermuten. mehr
Dass ein Unternehmen wie Facebook aus einem Börsengang finanziell das Maximale herausholen will, ist verständlich. Doch die Investmentbanker von Morgan Stanley hätten Mark Zuckerberg bremsen müssen. Sie machten gleich mehrere Fehler. mehr
Am Abend treffen sich die EU-Staats- und -Regierungschefs, um über Konjunktur und Eurobonds zu beraten. Davor zeigt sich: Die Anleger flüchten in die Sicherheit Deutschlands. Die Kurse deutscher Staatsanleihen steigen auf Rekordwerte. mehr
Das Börsendebüt von Facebook beschert nicht nur den Aktionären hohe Verluste. Auch deutsche Derivateanleger können mit dem Investment bislang nicht zufrieden sein. mehr
Wer seit Jahresbeginn auf Aktien setzt, kann sich bislang über einen satten Gewinn freuen. Mischen Sie mit bei der Rally - im Quiz von FTD.de. Testen Sie ihr DAX-Wissen.
Der Börsenbetreiber NYSE versucht, Facebook von der Nasdaq wegzulocken. Dabei sind die Qualitätsunterschiede zwischen den Rivalen minimal. Ein Vergleich. mehr
Nicht nur die USA selbst, auch die Banken des Landes glänzen nicht mehr mit bester Bonität. Sollten Moody's oder S&P den Daumen senken, würde das Milliarden kosten. Die Investmentbank Morgan Stanley hat schon mal vorsorglich ermittelt, wie viele. mehr
Mit einem riesigen Fonds will Tokio neue Techniken unterstützen. Über eine Investitionskapazität von rund 18,6 Mrd. Euro verfügt INCJ. Doch das Geld kommt nicht nur kleinen Firmen zugute, sondern auch Großkonzernen mit nennenswertem Eigenkapital. mehr
Die Lage der US-Banken bessert sich: Im ersten Quartal steigen die Gewinne auf Vorkrisenniveau. Die Schuldenkrise in Europa tangiert die Branche kaum. mehr
Sie bieten Fahrspaß und Werterhalt: Youngtimer werden als Anlageobjekte immer beliebter. Am besten laufen derzeit Sondermodelle und Cabrios mit starker Motorisierung - und der Citroën 2CV, die Ente. mehr
In beinahe jedem Mietvertrag steht, dass die Renovierung Sache des Mieters ist. Viele dieser Klauseln hat der Bundesgerichtshof jedoch zuletzt gekippt - und damit Millionen von Mietern das Streichen erspart. FTD-Online erklärt die Rechtslage mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!