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Merken   Drucken   16.12.2011, 13:44 Schriftgröße: AAA

Konjunktursorgen: Schwellenländer stemmen sich gegen Sog der Krise

Der Kampf gegen die Inflation rückt in den Hintergrund. Die Abkühlung der Weltwirtschaft hat die Boom-Staaten China und Indien erreicht. Die Zentralbanken greifen ein.
© Bild: 2011 dapd/Kevin Frayer
Der Kampf gegen die Inflation rückt in den Hintergrund. Die Abkühlung der Weltwirtschaft hat die Boom-Staaten China und Indien erreicht. Die Zentralbanken greifen ein. von Barbara Schäder  Frankfurt
Aus Sorge um das Wirtschaftswachstum hat die indische Zentralbank erstmals seit März 2010 eine Zinspause eingelegt. Nach 13 Erhöhungen in Folge ließen die Währungshüter den Leitzins auf ihrer Sitzung am Freitag unverändert bei 8,5 Prozent. Die Reserve Bank of India (RBI) reagierte damit auf die Abkühlung der Konjunktur: Im dritten Quartal ging das Wirtschaftswachstum auf 6,9 Prozent zurück, das war die niedrigste Rate seit dem Krisenjahr 2009. Außerdem sank im November die Inflationsrate von 9,7 auf 9,1 Prozent, was den Währungshütern im Kampf gegen die Teuerung eine kleine Atempause verschaffte.
Indien ist nach China und Brasilien das dritte große Schwellenland, das aus Sorge um die Konjunktur einen geldpolitischen Kurswchsel vornimmt. Die brasilianische Zentralbank vollzog Anfang September eine Kehrtwende und senkte nach fünf Erhöhungen in Folge ihren Leitzins. Die People's Bank of China (PBOC) reduzierte Ende November erstmals seit 2008 die Mindestreserve, die Kreditinstitute bei der Zentralbank hinterlegen müssen. Das vergrößert den Spielraum der Geldhäuser, die heimische Wirtschaft mit Krediten zu versorgen.
Direktinvestitionen gehen zurück
Die Schwellenländer wollen die Folgen der drohenden Rezession in Europa abmildern. Deren Vorboten bekommen sie schon jetzt zu spüren: Die ausländischen Direktinvestitionen in China gingen im November erstmals seit 28 Monaten zurück. Gegenüber dem Vorjahr fielen sie laut Mitteilung vom Donnerstag um 9,8 Prozent auf 8,8 Mrd. Dollar. Das weckte Erinnerungen an das Krisenjahr 2009, als die ausländischen Direktinvestitionen allein im Juli um 35,7 Prozent einbrachen.

Teil 2: Delhi bremst Absturz der Rupie

  • FTD.de, 16.12.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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