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23.08.2011, 08:00
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Lehman-Krise:
Fed stützte Banken mit 1200 Mrd. Dollar
Als die US-Banken vor drei Jahren in der Krise taumelten, stützte sie die Notenbank mit immensen Summen. Wie viel Geld wirklich floss, wollte die Fed geheim halten - doch ein Gericht gab die Daten nach einer Bloomberg-Klage frei.
von Kim Bode, New York
Die Kredite der US-Notenbank Federal Reserve für taumelnde Großbanken auf dem Höhepunkt der Finanzkrise vor drei Jahren summierten sich auf rund 1200 Mrd. Dollar. Dieses bislang unbekannte Ergebnis hat die Nachrichtenagentur Bloomberg aus den sieben Hilfsprogrammen der Fed errechnet. Die Summe entsprach demnach auf ihrem Höchststand am 5. Dezember 2008 dem nahezu Dreifachen des US-Staatsdefizits in jenem Jahr.
Die Analyse der mehr als 21.000 Transaktionen wurde erst möglich, nachdem das höchste US-Gericht im März dieses Jahres entschieden hatte, dass die zuvor unter Verschluss gehaltenen Akten mit 29.346 Seiten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müssen. Ein Zusammenschluss der größten Geschäftsbanken hatte vor dem Supreme Court die Geheimhaltung zumindest einiger dieser Aufzeichnungen erbeten.
Kredite der Fed an ausgewählte Banken
Vorausgegangen war eine Klage von Bloomberg auf Basis des Freedom of Information Act, der US-Bundesbehörden zwingt, staatliche Dokumente Öffentlichkeit und Presse zugänglich zu machen. Die Fed hatte die Herausgabe der Informationen über die Notfallkredite über mehr als zwei Jahre lang verweigert. Die Notenbank argumentierte, dass durch die Veröffentlichung der Identität, Summen oder genauerer Angaben zu den Sicherheiten die Banken an den Pranger gestellt und deren Aktienkurse unter Druck geraten würden sowie ein Ansturm der Kunden auf ihre Einlagen ausgelöst werden könnte.
Die größte Kreditsumme ging Bloomberg zufolge mit insgesamt rund 107 Mrd. Dollar an die US-Investmentbank
Morgan Stanley , dicht gefolgt von der
Citigroup und der
Bank of America . Wie die Fed befürchtete, ließ die Kritik nicht auf sich warten: "Das sind alles riesige Zahlen", sagte der frühere Justizministeriumsbeamte Robert Litan. "Wir reden hier über den Hochadel der amerikanischen Finanzbranche, der ohne das Geld des Staates den Bach hinuntergegangen wäre."
Teil 2: "Regierungsbeamte hatten Angst vor Konsequenzen"
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Aus der FTD vom 23.08.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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