Für Deutschland bedeute die derzeitige Situation zwar gewisse Vorteile. Aber wenn die Spannungen auf den Märkten anhielten, werde die gesamte Euro-Zone einschließlich der Bundesrepublik betroffen sein.
Das krisengeplagte Spanien konnte bei einer Auktion zehnjähriger Staatsanleihen nicht den angestrebten Betrag von 4 Mrd. Euro einnehmen und musste sich mit 3,56 Mrd. Euro zufrieden geben. Die Iberer mussten den Investoren eine Rendite von 6,975 Prozent bieten. Dies ist der höchste Wert seit 1997. Die Renditemarke von sieben Prozent gilt als gefährlich. Zu diesem Preis ist es fast unmöglich, neue Bonds an den Mann zu bringen und gleichzeitig die Zinslast eines Staates in einem gesunden Maß zu halten. Irland und Portugal mussten bei Renditen von knapp über sieben Prozent unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen. Auch Italien erreichte schon die Sieben-Prozentmarke.
Bei der letzten Auktion zehnjähriger spanischer Papiere am 20. Oktober hatte das Land noch 5,433 Prozent zahlen müssen. Auch die Nachfrage war diesmal geringer. Die Überdeckung lag bei 1,54, im Oktober hatte sie 1,76 betragen.
Mit den Äußerungen heizt der Spanier den Streit über den Einsatz der EZB bei der Euro-Rettung an. Auch Frankreich plädiert dafür, der Zentralbank zu erlauben, quasi unbegrenzt Anleihen der Krisenstaaten zu erwerben in der Hoffnung, die Renditen nachhaltig unten zu halten. Deutschland ist strikt dagegen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) warnt davor, der EZB die Rolle des wichtigstens Krisenretters zuzuschieben. Sie befürchtet, dass der Reformdruck auf die Länder in Schwierigkeiten nachlässt und damit auch ihr Willen zum Sparen. Wer glaube, die EZB könne die Probleme der Euro-Zone lösen, rede sich etwas ein, sagte Merkel. Wichtiger sei entschlossener Schuldenabbau.