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Merken   Drucken   17.11.2011, 18:53 Schriftgröße: AAA

Märktepanik und Schuldenkrise: Spanien ruft die EZB zur Hilfe

Sein Land muss für zehnjährige Anleihen fast sieben Prozent Zinsen bieten, um Abnehmer zu finden. Ministerpräsident Zapatero verlangt deshalb ein Eingreifen der Zentralbank ohne Wenn und Aber - und stellt sich damit gegen Kanzlerin Merkel.
© Bild: 2011 Reuters/SUSANA VERA
Sein Land muss für zehnjährige Anleihen fast sieben Prozent Zinsen bieten, um Abnehmer zu finden. Ministerpräsident Zapatero verlangt deshalb ein Eingreifen der Zentralbank ohne Wenn und Aber - und stellt sich damit gegen Kanzlerin Merkel.
Nach einer miserabel gelaufenen Auktion zehnjähriger Staatsanleihen hat Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero eine umfassende Intervention der Europäischen Zentralbank (EZB) gefordert. "Jetzt bedarf es einer europäischen Zentralbank, die auch wirklich ihrem Namen gerecht wird und die gemeinsame Währung verteidigt", sagte er am Donnerstag in Soria im Norden seines Landes. Er forderte zudem entschlossenes politisches Handeln.
Die Europäische Union müsse unverzüglich eine Antwort auf die internationale Krise geben, sagte der sozialistische Regierungschef. Spanien habe Kompetenzen an den EU-Ministerrat, die EU-Kommission und die EZB abgegeben. Daher müssten diese Instanzen nun auch reagieren. "Europa muss eine Antwort auf die Krise geben und dafür sorgen, dass die Stabilität zurückkehrt."
Die europäische Idee wird durch die Schuldenkrise ...

 

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Für Deutschland bedeute die derzeitige Situation zwar gewisse Vorteile. Aber wenn die Spannungen auf den Märkten anhielten, werde die gesamte Euro-Zone einschließlich der Bundesrepublik betroffen sein.
Das krisengeplagte Spanien konnte bei einer Auktion zehnjähriger Staatsanleihen nicht den angestrebten Betrag von 4 Mrd. Euro einnehmen und musste sich mit 3,56 Mrd. Euro zufrieden geben. Die Iberer mussten den Investoren eine Rendite von 6,975 Prozent bieten. Dies ist der höchste Wert seit 1997. Die Renditemarke von sieben Prozent gilt als gefährlich. Zu diesem Preis ist es fast unmöglich, neue Bonds an den Mann zu bringen und gleichzeitig die Zinslast eines Staates in einem gesunden Maß zu halten. Irland und Portugal mussten bei Renditen von knapp über sieben Prozent unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen. Auch Italien erreichte schon die Sieben-Prozentmarke.
Bei der letzten Auktion zehnjähriger spanischer Papiere am 20. Oktober hatte das Land noch 5,433 Prozent zahlen müssen. Auch die Nachfrage war diesmal geringer. Die Überdeckung lag bei 1,54, im Oktober hatte sie 1,76 betragen.
Mit den Äußerungen heizt der Spanier den Streit über den Einsatz der EZB bei der Euro-Rettung an. Auch Frankreich plädiert dafür, der Zentralbank zu erlauben, quasi unbegrenzt Anleihen der Krisenstaaten zu erwerben in der Hoffnung, die Renditen nachhaltig unten zu halten. Deutschland ist strikt dagegen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) warnt davor, der EZB die Rolle des wichtigstens Krisenretters zuzuschieben. Sie befürchtet, dass der Reformdruck auf die Länder in Schwierigkeiten nachlässt und damit auch ihr Willen zum Sparen. Wer glaube, die EZB könne die Probleme der Euro-Zone lösen, rede sich etwas ein, sagte Merkel. Wichtiger sei entschlossener Schuldenabbau.

Teil 2: "Die Situation für Spanien wird immer kritischer"

  • FTD.de, 17.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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