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19.04.2011, 12:41
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Nach S&P-Warnschuss:
Asiaten glauben noch an US-Staatsanleihen
Treasuries bleiben trotz der Mahnung der Ratingagentur Standard & Poor's gefragt. Japaner und Inder wollen weiter in die Papiere investieren. Aber ausgerechnet China zeigt sich beunruhigt.
von Barbara Schäder Frankfurt
Die Märkte haben sich vom Schock einer möglichen Herabstufung der USA erholt: US-Staatsanleihen glichen die nach der Warnung der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) erlittenen Kursverluste innerhalb weniger Stunden wieder aus. Die Rendite zehnjähriger Treasuries lagen am Dienstag mit 3,39 Prozent unter dem Schlusskurs vom Freitag. Sinkende Renditen gehen bei Anleihen mit steigenden Kursen einher. Zudem signalisierten mehrere asiatische Staaten, ihre Devisenreserven auch künftig in US-Staatsanleihen anzulegen.
Chinas Zentralbankchef Zhou Xiaochuan möchte Treasuries loswerden
"Wir betrachten US-Schuldtitel weiterhin als attraktive Investition", sagte der japanische Finanzminister Yoshihiko Noda in Tokio. Wirtschaftsminister Kaoru Yosano sekundierte, Treasuries wären selbst dann noch "hochqualitative Wertpapiere", wenn S&P den USA das Spitzenrating "AAA" tatsächlich aberkennen sollte. Die Ratingagentur hatte am Montag mitgeteilt, die Wahrscheinlichkeit einer Herabstufung innerhalb der nächsten zwei Jahre liege bei 33 Prozent.
Japan hat allen Grund, die Qualität von Treasuries zu preisen: Nach China ist Japan der größte Auslandsgläubiger der USA. Ende Februar hielt das Land laut Zahlen des Finanzministeriums in Washington rund 890 Mrd. an amerikanischen Schuldtiteln. Ein Kursverfall liefe deshalb den japanischen Interessen zuwider.
China will Bestände verringern
China saß Ende Febuar nach US-Angaben sogar auf Treasuries im Wert von 1154 Mrd. Dollar. Die S&P-Warnung sei für das Land ein Alarmsignal, sagte der Leiter des chinesischen Forschungszentrums für Devisenreserven, Li Jie, der Nachrichtenagentur Reuters. "Weit verbreiteten Schätzungen zufolge machen US-Staatsanleihen 70 Prozent der chinesischen Devisenreserve aus, aber China könnte diesen Anteil in den nächsten zehn Jahren auf 50 Prozent oder weniger zurückfahren." Der chinesische Zentralbankchef Zhou Xiaochuan hatte bereits am Montag betont, die Umschichtung der Devisenrserve müsse beschleunigt werden.
Allerdings stellt sich die Frage nach den Alternativen zu US-Staatsanleihen. Ein Vertreter der indischen Zentralbank sagte der Nachrichtenagentur Reuters: "Wie sollen wir unsere Anlagen diversifizieren? Europäische und japanische Anleihen sind weniger sicher." Anders als die USA sind viele europäische Länder im Zuge der Schuldenkrise bereits herabgestuft worden. Innerhalb der Euro-Zone werden nur noch Deutschland, Frankreich, Österreich, Finnland, Luxemburg und die Niederlande mit der Spitzennote "AAA" bewertet. Japan verlor das Toprating bereits 2001.
Zwar stehen die USA mit einem Haushaltsdefizit von gut zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und einer Gesamtschuldenquote von 90 Prozent noch schlechter dastehen als die Euro-Sorgenkinder Portugal und Spanien. Anders als diese beiden Länder haben die Vereinigten Staaten bislang aber keine Refinanzierungsprobleme - eben weil Zentralbanken weltweit auf die Stabilität der weltgrößten Volkswirtschaft vertrauen und ihre Reserven in US-Staatsanleihen anlegen.
Teil 2: Eigentlicher Test kommt nach Ablauf der Fed-Käufe
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FTD.de, 19.04.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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