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Merken   Drucken   28.11.2008, 11:25 Schriftgröße: AAA

Nachlassende Inflation: EZB nach Preisdaten unter Zugzwang  

100 Basispunkte nach unten müssen her! Das fordern Volkswirte von der Europäischen Zentralbank, nachdem die Teuerung im November stärker zurückging, als erwartet. Zumindest ein Teil davon scheint ausgemacht. von Tobias Bayer (Frankfurt)
Der steile Absturz der Teuerungsrate in der Eurozone hat sich dank des Ölpreisverfalls im November fortgesetzt. Der Anstieg der Verbraucherpreise ging von 3,2 Prozent auf 2,1 Prozent zurück, teilte die europäische Statistikbehörde am Freitag mit. Das ist der größte Einbruch seit mindestens 1991. Die Teuerungsrate befindet sich damit auf dem tiefsten Niveau seit mehr als einem Jahr. Gleichzeitig legte die Arbeitslosigkeit von 7,6 Prozent auf 7,7 Prozent zu.
Das Abflauen der Teuerungsgefahr schafft nun der Europäischen Zentralbank (EZB) Spielraum für weitere Zinssenkungen. "Der rückläufige Ölpreis öffnet für die EZB weit die Tür, um nun zügig mit einem weiteren spürbaren Lockern der geldpolitischen Zügel auf den Konjunkturabschwung, der sehr wahrscheinlich disinflationär wirkt, zu reagieren", sagte Peter Müller, Zinsstratege der Commerzbank.
Derzeit steht der Leitzins bei 3,25 Prozent. Nach Informationen der Financial Times wird die Notenbank auf ihrer Sitzung im November den Leitzins um mindestens 50 Basispunkte zurücknehmen. "Die Inflationszahlen und die Arbeitsmarktdaten sollten den Tauben im EZB-Rat nun genügend Munition geben, eine Zinssenkung um mehr als 50 Basispunkte zu fordern", sagte ING-Volkswirt Martin van Vliet.

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