Investoren zahlen für Kredite an das Finanzministerium eine Prämie
Von Negativzinsen profitierten in den vergangenen Wochen auch Dänemark, die Niederlande und die Schweiz. Wie Deutschland stehen auch diese Staaten finanziell vergleichsweise solide da. Ihre Geldmarktpapiere gelten deshalb als sicherer Zufluchtsort für Investoren, die Anleihen hoch verschuldeter Staaten und schwankungsanfällige Anlagen wie Aktien meiden.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble profitiert schon seit Ausbruch der Euro-Krise von einem Rückgang der staatlichen Refinanzierungskosten. Auf dem Sekundärmarkt - also im Handel mit umlaufenden Schuldtiteln - sind die Renditen von Geldmarktpapieren seit Ende November negativ.
Neue Auktionsregeln
Dass die Renditen jetzt erstmals auch auf dem Primärmarkt ins Minus rutschten, hängt mit einer Umstellung der Auktionsregeln zusammen. Bislang gaben die Bieter dort die Renditen an, die sie für ihr Investment erwarten. Nach den neuen Regeln werden stattdessen die Kurse angegeben.
Bei einem Kurs von über 100 Prozent des Nennwerts für ein Geldmarktpapier dreht die Rendite ins Minus. Geldmarktpapiere werden nämlich unverzinst begeben. Normalerweise kassiert der Investor eine Rendite dadurch, dass er das Papier zu einem Kurs unter 100 Prozent erwirbt und nach Ende der Laufzeit den vollen Nennwert zurückerstattet bekommt.
Die Auktion spülte dem Bund 3,9 Mrd. Euro in die Kassen. Die Nachfrage lag bei 7 Mrd. Euro, sie übetraf das Angebot um den Faktor 1,8.