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Merken   Drucken   15.09.2011, 15:12 Schriftgröße: AAA

Neue Leitwährung: Warum der Renminbi den Dollar ablösen wird

Leise stellt China die Weichen für die Internationalisierung der eigenen Währung. Die Zeit des Dollar als wichtigstes Zahlungsmittel könnte schon bald vorbei sein.
© Bild: 2011 reuters
Leise stellt China die Weichen für die Internationalisierung der eigenen Währung. Die Zeit des Dollar als wichtigstes Zahlungsmittel könnte schon bald vorbei sein. von Arvind Subramanian
Arvind Subramanian ist Mitglied des Peterson Institute for International Economics in Washington.

Die wirtschaftlichen Turbulenzen in den USA und Europa beschleunigen eine tiefer gehende, langfristige Entwicklung. Nach drei Jahrhunderten der wirtschaftlichen Dominanz wird der Westen demnächst von einer aufsteigenden asiatischen Macht überholt: China. Die Wirtschaft der Volksrepublik ist vielleicht bald nicht nur größer als die der USA, was die Einkaufskraft anbelangt. Vielmehr könnte der Renminbi innerhalb der nächsten zehn Jahre oder kurz danach sogar den Dollar als Leitwährung ablösen.
Langer Zeitraum
Skeptiker werden aus zweierlei Gründen die Nase rümpfen. Zum einen könnte sich der Aufstieg des Renminbi auch dann noch hinziehen, wenn Chinas Wirtschaft die amerikanische überholt. Die zog etwa Anfang der 70er-Jahre des 19. Jahrhunderts an der britischen vorbei, aber das Pfund Sterling wurde letztlich erst um den Zweiten Weltkriegs herum vom Dollar ersetzt. Es können also locker 70 Jahre vergehen vom Beginn wirtschaftlicher Dominanz bis hin zum letztlichen Aufstieg zur Leitwährung.
90 Jahre KP Chinas langer Marsch zur Marktwirtschaft
Darüber hinaus ist China weit davon entfernt, das politische und wirtschaftliche Umfeld zu schaffen, das nötig wäre, um den Renminbi  zur Leitwährung zu machen. Chinas Kapitalkonto ist größtenteils geschlossen, der Renminbi weder umtauschbar noch für Ausländer frei verfügbar.
Das Finanzsystem wird vom Staat kontrolliert. Und den chinesischen Märkten fehlt es an Tiefe für die Liquidität, die nötig ist, damit eine Währung für Käufer und Händler attraktiv wird. Wie sollen ausländische Regierungen oder Marktteilnehmer unter diesen Umständen in Renminbi zahlen oder Vermögenswerte in Renminbi halten?
Britisches Beispiel
Anders gesagt: Loyalität gegenüber dem Dollar und das Fehlen der notwendigen Grundlagen in China scheinen den Aufstieg des Renminbi in ferne Zukunft zu rücken. Wie falsch diese Einschätzung ist! Erstens ist der übliche historische Verweis irreführend. Großbritannien gab seine wirtschaftliche Dominanz viel später ab, während das Pfund deutlich eher als allgemein angenommen seine Überlegenheit einbüßte.
Misst man wirtschaftliche Dominanz in den Faktoren, die den Status als Leitwährung bestimmen, hängt sie nicht nur von der Größe einer Wirtschaft ab, sondern auch von Handel und externer Finanzmacht. Daran gemessen überholten die USA Großbritannien nicht ab 1870, sondern erst zur Zeit des Ersten Weltkriegs. Noch bis in die 20er-Jahre hinein war Großbritannien der weltgrößte Exporteur und Nettofinanzierer.
Zweitens hat China die USA als Wirtschaftsmacht fast eingeholt. Gemessen an der Kaufkraft der Chinesen ist die Wirtschaft fast genauso groß, Exporte und Auslandsvermögen sind sogar deutlich größer. Zieht man den richtigen historischen Vergleich, ist eine mögliche Ablösung des Dollar nur noch ein Jahrzehnt entfernt.

Teil 2: Typisch chinesische Expansion

  • FTD.de, 15.09.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 16.09.2011 10:47:32 Uhr   Heinz: Sehe in anders

    Quatsch, welcher Afrikanische Despot wird denn sein mühsam erpresstes Vermögen in China anlegen. Die Währung und besonders ihr Wert ist abhängig vom guten Willen des herrschenden Regime. Die politischen Risiken in China werden im Artikel nicht genannt.

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