Der südafrikanische Rand gehört zu den Währungen mit dem höchsten Wertzuwachs 2009
Deutlich höhere Renditen sind mit Fremdwährungsanleihen möglich. So lockt beispielsweise die dreijährige Real-Anleihe der KfW (ISIN: XS042842571) mit einem jährlichen Ertrag von fast zehn Prozent. Investoren wissen jedoch: Wo höhere Renditen locken, lauern auch Gefahren. Das trifft auch für die Real-Anleihe zu. Im Gegensatz zu Euroanleihen spielt bei Fremdwährungsbonds die Entwicklung der jeweiligen Devise gegenüber dem Euro die entscheidende Rolle. Macht etwa der Real gegenüber der europäischen Einheitswährung Boden gut, winkt ein höherer Ertrag. Im Umkehrschluss heißt das aber: Verliert die Anlagewährung gegen den Euro an Wert, ist der Renditevorsprung schnell aufgezehrt.
Dass sich das Risiko lohnen kann, zeigt ein Blick auf die jüngsten Währungsentwicklungen. So kletterte etwa der südafrikanische Rand gegenüber dem Euro seit Jahresbeginn um rund 16 Prozent, der australische Dollar um 22,4 Prozent und der brasilianische Real gar um über 26 Prozent. Beflügelt wurden die genannten Währungen zuletzt vor allem durch die positiven Konjunkturerwartungen und den damit einhergehenden Preisanstieg zahlreicher Rohstoffe. Brasilien, Australien und Südafrika besitzen zahlreiche Bodenschätze wie etwa Eisen, Nickel, Kohle und Gold und zählen zudem zu den weltweit größten Produzenten von Agrargütern. "Steigen die Rohstoffnotierungen an, fließt auch mehr ausländisches Kapital in diese Länder. Davon profitiert auch die jeweilige Währung", erklärt Mauro Toldo, Währungsexperte der Dekabank.
Die hohe Zinsdifferenz dieser Staaten gegenüber dem Euro-Raum verleitet Investoren wieder zu Carry-Trades, was die Devisen zusätzlich stützt. Dabei verschulden sich Anleger in einer niedrig verzinslichen Währung wie etwa dem Yen und legen das Geld in einer höher verzinslichen Devise wie beispielsweise dem Real an. Zwar wurden im Zuge der Krise auch am Zuckerhut, in Südafrika und Down Under die Zinsen kräftig gesenkt. Dennoch winken dort immer noch vergleichsweise attraktive Zinsniveaus. Australien hat als erster großer Industriestaat sogar im Oktober bereits die geldpolitische Wende eingeläutet - und den Leitzins von 3,0 auf 3,5 Prozent erhöht. Anfang November hob die Notenbank den Schlüsselzins erneut um 25 Basispunkte an.