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Merken   Drucken   05.10.2009, 13:09 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Deutsche Konzerne bangen um Top-Ratings

Viele Unternehmen fürchten um ihre soliden Bonitätsnoten. Anleihebesitzern drohen deutliche Verluste. FTD.de zeigt, wo Investoren und Anlegern Ungemach droht. von Dennis Kremer
Lufthansa , Metro , ThyssenKrupp : auf den ersten Blick drei Unternehmen, die für langfristigen Erfolg und solide Geschäftspolitik stehen. Doch Anleiheprofis geben diesen deutschen Traditionsfirmen derzeit einen anderen Namen: Grenzgänger. So bezeichnen sie Unternehmen, deren Anleihen kurz davor stehen, ihre solide Bewertung zu verlieren oder die die Grenze zum spekulativen Bereich bereits überschritten haben. Bei der Ratingagentur Moody's fallen in dieses Segment alle Bonds mit einer Note von "Ba1" abwärts, bei Standard & Poor's (S&P) zählen alle Papiere mit der Note von höchstens "BB+" dazu. Lufthansa gehört zumindest für eine Ratingagentur bereits zum sogenannten Ramschsegment der schwach bewerteten Anleihen: Moody's stufte den Konzern im September herab.
Dies wird nicht der einzige Absturz bleiben. Denn in der Wirtschaftskrise stehen viele Unternehmen kurz davor, ihre bislang soliden Bonitätsnoten (S&P: mindestens "BBB-"; Moody's: mindestens "Baa3") zu verlieren. Der Handelskonzern Metro ist bei beiden Agenturen nur zwei Stufen vom Fall aus dem soliden Bewertungsbereich entfernt, Stahlproduzent ThyssenKrupp gar nur eine. Und die Liste lässt sich fortsetzen: Ob Chemiehersteller Lanxess, Reifenentwickler Michelin oder das Medienhaus Bertelsmann, zu dem auch die FTD gehört - all diese Firmen haben sich bei S&P dem Ramschstatus bis auf zwei Notenstufen angenähert.
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Für Anleger bedeutet das: Auf Anleihen bekannter Unternehmen zu setzen macht ihre Investments mitnichten sicherer. "Es ist ein Fehlschluss zu glauben, dass eine Firma mit großem Namen niemals in Schwierigkeiten geraten wird", sagt Gerhard Wolf, Leiter Unternehmensanleihen bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Investoren, die Wert auf eine sichere Anlage legen, sollten sich vor namhaften Grenzgängern wie ThyssenKrupp besser hüten. Denn die Folgen eines Absturzes ins Ramschsegment können gravierend sein.
Zuerst hat dieser sogenannte Downgrade Auswirkungen auf die Anleihekurse. Der Grund: Für viele institutionelle Anleger wie Pensionsfonds gelten strenge Anlagerichtlinien. Verlieren Unternehmen ihre soliden Bonitätsnoten, müssen die Fonds deren Anleihen verkaufen. Das drückt den Kurs eines Bonds in der Regel in den Keller. Schlecht ist das aber zunächst nur für alle Investoren, die auf steigende Kurse spekuliert hatten.

Teil 2: Den Anlegern droht Ungemach

  • Aus der FTD vom 05.10.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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