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Merken   Drucken   29.04.2011, 17:21 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Griechenland-Privatanleger bangen um ihr Geld

So viel steht fest: Kommt es zum Schuldenschnitt, wird es Banken und andere professionelle Investoren hart treffen. Eine Pleite Griechenlands würde aber auch Zeichner von sechs LBBW- und DZ-Zertifikaten hart treffen.
© Bild: 2011 AFP
So viel steht fest: Kommt es zum Schuldenschnitt, wird es Banken und andere professionelle Investoren hart treffen. Eine Pleite Griechenlands würde aber auch Zeichner von sechs LBBW- und DZ-Zertifikaten hart treffen. von Bernd Mikosch 
Eine Restrukturierung der griechischen Schulden würde vielen Zertifikateanlegern herbe Verluste bescheren. Griechenland ist Referenzschuldner in sechs sogenannten Credit-Linked Notes - kommt es zu einem Schuldenschnitt oder einem anderen Kreditereignis, verlieren Anleger einen großen Teil ihres Einsatzes.
Credit-Linked Notes bieten einen höheren Kupon als normale Bankanleihen, allerdings nur, wenn alle Referenzschuldner stets pünktlich ihren Verpflichtungen nachkommen. Geht einer der im Wertpapierprospekt genannten Konzerne oder Staaten pleite, erhalten Anleger Anleihen des insolventen Schuldners oder einen entsprechenden Barausgleich.
Die Papiere sind seit vielen Jahren umstritten, weil Privatanleger kaum einzuschätzen vermögen, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass einer von mehreren Referenzschuldnern in Zahlungsverzug gerät. Sichtbar wurden die Nachteile spätestens in der Finanzkrise: In sechs Papieren der DZ Bank und einem Zertifikat der Commerzbank war Lehman Brothers einer der Referenzschuldner. Anleger verloren fast ihr gesamtes Investment.
Eine Umschuldung Griechenlands...

 

Eine Umschuldung Griechenlands...

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Griechenland könnte nun für einen ähnlichen Fall sorgen - vier Synthia-Anleihen der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und zwei Zertifikate der DZ Bank hängen an Athens Bonität. Die Kurse stehen schon seit Monaten unter Druck, Anleger sitzen auf einem Minus von 25 bis 35 Prozent. Wie viel Geld in den Papieren investiert ist, verraten die Banken nicht. Die LBBW ließ sich ein Volumen von 100 Mio. Euro je Anleihe genehmigen. Dieser Rahmen wurde aber wohl nur zum Teil ausgeschöpft.
Ob tatsächlich ein Kreditereignis eingetreten ist, entscheidet ein Komitee der International Swaps and Derivatives Association (ISDA), einem weltweiten Zusammenschluss von Finanzinstituten und anderen Marktteilnehmern im Derivategeschäft. "Die ISDA organisiert in diesem Fall eine Auktion, in der festgestellt wird, zu welchem Preis die Kreditausfallversicherungen abgewickelt werden. Das Ergebnis dieser Auktion entscheidet auch darüber, welchen Barausgleich Anleger für ihre Synthia-Anleihen bekommen", sagt Dieter Berners, Zertifikateexperte der LBBW.
Der auf der Auktion erzielte Preis orientiere sich meist am Kurs der günstigsten lieferbaren Anleihe. Im Falle Griechenlands sind das 30-jährige Staatspapiere, die nur bei gut 50 Prozent ihres einstigen Nennwerts notieren. "Unsere Synthia-Zertifikate notieren deutlich über diesem Niveau. Daher können wir niemandem empfehlen, mit diesen Papieren auf einen glimpflichen Ausgang der Griechenland-Krise zu spekulieren", sagt Berners. Das sei auch der Grund dafür, dass die LBBW die vier betroffenen Papiere nur noch zurücknehme und keine Anteile mehr ausgebe.
  • FTD.de, 29.04.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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