Griechenland könnte nun für einen ähnlichen Fall sorgen - vier Synthia-Anleihen der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und zwei Zertifikate der DZ Bank hängen an Athens Bonität. Die Kurse stehen schon seit Monaten unter Druck, Anleger sitzen auf einem Minus von 25 bis 35 Prozent. Wie viel Geld in den Papieren investiert ist, verraten die Banken nicht. Die LBBW ließ sich ein Volumen von 100 Mio. Euro je Anleihe genehmigen. Dieser Rahmen wurde aber wohl nur zum Teil ausgeschöpft.
Ob tatsächlich ein Kreditereignis eingetreten ist, entscheidet ein Komitee der International Swaps and Derivatives Association (ISDA), einem weltweiten Zusammenschluss von Finanzinstituten und anderen Marktteilnehmern im Derivategeschäft. "Die ISDA organisiert in diesem Fall eine Auktion, in der festgestellt wird, zu welchem Preis die Kreditausfallversicherungen abgewickelt werden. Das Ergebnis dieser Auktion entscheidet auch darüber, welchen Barausgleich Anleger für ihre Synthia-Anleihen bekommen", sagt Dieter Berners, Zertifikateexperte der LBBW.
Der auf der Auktion erzielte Preis orientiere sich meist am Kurs der günstigsten lieferbaren Anleihe. Im Falle Griechenlands sind das 30-jährige Staatspapiere, die nur bei gut 50 Prozent ihres einstigen Nennwerts notieren. "Unsere Synthia-Zertifikate notieren deutlich über diesem Niveau. Daher können wir niemandem empfehlen, mit diesen Papieren auf einen glimpflichen Ausgang der Griechenland-Krise zu spekulieren", sagt Berners. Das sei auch der Grund dafür, dass die LBBW die vier betroffenen Papiere nur noch zurücknehme und keine Anteile mehr ausgebe.