Doch welche Folgen erwarten die Investoren? Und bestünde für spekulative Anleger nicht doch die Möglichkeit, Gewinne einzufahren, weil es am Ende gar nicht so schlimm kommt?
Da wäre zuerst die Frage zu klären, wann eine Restrukturierung erfolgt. Die Schulden Griechenlands summieren sich inzwischen zwar auf 143 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Doch noch braucht das Land den Kapitalmarkt nicht anzuzapfen. Die von den EU-Staaten und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) gewährten Kreditlinien in Höhe von 110 Mrd. Euro laufen bis Mitte 2013.
Die Kreditgeber fordern aber, dass Athen im ersten Quartal 2012 damit beginnt, wieder langlaufende Anleihen zu begeben. Matthias Krieger, Rentenanalyst der LBBW, hält es jedoch für wahrscheinlich, dass der EFSF-Rettungsfonds und der IWF einspringen werden, sollte das Land bis dahin nicht an den Kapitalmarkt zurückkehren können. "Wir gehen davon aus, dass man alles daran setzen wird, die Zeit bis Juni 2013 auszuschöpfen, um in der gegenwärtig sehr angespannten Lage Ansteckungseffekte zu vermeiden", sagt Krieger. Auch die Analysten der Deutschen Bank rechnen kurzfristig nicht mit einer Umschuldung, bis zur ersten Jahreshälfte 2013 sei sie aber zu erwarten. Dafür brauche man eine Einigung mit den Ländern der Euro-Zone sowie den privaten Gläubigern.
Somit spricht einiges dafür, dass es so rasch nicht zu einer Lösung des Schuldenproblems kommen wird. Eine Wette darauf ist sehr lukrativ. Eine griechische Anleihe mit Laufzeit bis März 2012 wirft derzeit eine annualisierte Rendite von knapp 26 Prozent ab. Selbst wenn Griechenland in der Zeit die Unterstützung der Euro-Länder verlieren oder nicht mehr gewillt sein sollte, den harten Sparkurs fortzusetzen, würden Investoren mit dem Papier noch eine positive Rendite erzielen, sofern der Schuldenschnitt nicht höher als 20 Prozent ausfällt.