Das zeigt eine Auswertung des Branchenverbands BVI. Den BVI-Berechnungen zufolge erzielen sowohl Anleihe- als auch offene Immobilienfonds auf Sicht von 1, 3, 5, 10, 20 und 30 Jahren Gewinne. Dabei glänzten Anleihetitel vor allem 2009: Sie kamen im Schnitt auf eine Rendite von rund neun Prozent. Die Daten basieren jeweils auf dem Stichtag 30. Juni 2009.
Anders das Bild bei Aktien: Aktienfonds, die international anlegen, fahren erst auf Sicht von 20 Jahren überhaupt ein Plus ein - aufs Jahr gesehen 4,4 Prozent. Internationale Anleihefonds kommen auf vier Prozent. Auf Sicht von drei Jahren liegen die internationalen Aktienfonds bei einer annualisierten Rendite von minus 9,5 Prozent. Europäische Anleihefonds schaffen ein Plus von 1,9 Prozent.
Der Vergleich verschiedener Fondstypen zeigt vor allem: Investoren in Aktienfonds brauchen einen langen Atem und gute Nerven. Erst nach 20 oder gar 30 Jahren erweisen sich Aktienengagements als vorteilhafter. Nach 30 Jahren wird deutlich: Aktienfonds Deutschland erzielen laut BVI im Schnitt eine jährliche Rendite von 7,7 Prozent. Internationale Aktienfonds kommen auf 7,2 Prozent. Mit 6,2 Prozent und 5,2 Prozent liegen Euro-Anleihefonds und Immobilienfonds zwar darunter. Der Vorteil für die Investoren ist aber, sie konnten relativ stetige Erträge einfahren - nervenschonend sozusagen.
Die BVI-Zahlen verdeutlichen auch, dass die herkömmliche Buy-and-Hold-Strategie zuletzt nicht funktioniert hat. Der Anlageansatz besagt: Investoren können darauf setzen, dass sie trotz hoher Kursschwankungen langfristig Gewinne mit ihren Aktien erzielen. Die heftigen Börsenverluste in der Finanzkrise haben aber erhebliche Zweifel am Bestand dieser Strategie gesät.
Auch Geldmarktfonds haben den Investoren relativ stetige, wenngleich recht geringe Renditen beschert. Euro-Geldmarktfonds erzielen auf Sicht von 1, 3, 5, 10 und 20 Jahren jeweils annualisiert ein Plus - Daten für den 30-Jahre-Zeitraum liegen nicht vor.
Deutsche Privatanleger hatten zuletzt die klassischen Fondstypen gemieden. So holten sie im Jahr 2008 sowohl aus Aktien- als auch aus Anleihe- und Cashfonds ihr Geld zurück. Ausgerechnet aus den zuletzt stabilen Rentenfonds flossen 24 Mrd. Euro ab. Insgesamt beliefen sich die Abflüsse aus Publikumsfonds auf fast 28 Mrd. Euro. Im vergangenen Jahr steckten die Investoren mehr Geld in Garantie- und Dachfonds. 2009 setzen sich die Abflüsse aus Geldmarkt- und Rentenfonds fort, Aktienfonds sammeln wieder Geld ein.