Die Anbieter versuchen, ihre Fonds nun als normale Geldmarktfonds zu verkaufen. Die Produkte auslaufen zu lassen kommt kaum infrage, zumal der Steuervorteil für Altinvestoren bis Anfang 2011 greift.
Besonders prominent dabei: der derzeit rund 16 Mrd. Euro schwere Uniopti 4 der genossenschaftlichen Fondsgesellschaft Union Investment. "Wir bieten ihn jetzt als klassischen, geldmarktnahen Fonds an", sagt Uniopti-4-Manager Jürgen Vogler, der auch Leiter Geldmarkt ist. Ähnlich geht der Wettbewerber DWS vor. Das Produkt werde als normaler Geldmarktfonds geführt, so eine Sprecherin der Deutsche-Bank-Tochter über den DWS Rendite Optima Four Seasons.
Die einstigen Boomfonds waren vor allem 2006 und 2007 Verkaufsschlager. Allein der Uniopti 4 sammelte 2007 die gigantische Summe von 12,4 Mrd. Euro ein und kam schließlich auf ein Vermögen von 22 Mrd. Euro - kein anderer deutscher Publikumsfonds hat jemals so schnell so viel Geld bekommen. Ähnliche Fonds der DWS und der Sparkassen-Tochter Deka zogen ebenfalls Milliarden an - wobei Deka den Fonds nicht so offensiv als steuerschonend vermarktete.
Der Ansatz der Fonds: Sie versuchen, statt Zinserträgen größere Kursgewinne zu erzielen. Bis zum Start der Abgeltungsteuer mussten Anleger Kurs- im Gegensatz zu Zinserträgen nicht versteuern. Seit Anfang 2009 - für die Geldmarktfonds wie den Uniopti 4 griff die Änderung schon ab Herbst 2008 - müssen Anleger aber für alle Kapitalerträge neuer Investments grundsätzlich 25 Prozent Steuern abführen. Daher gilt der Steuervorteil dieser Geldmarktfonds für neue Investoren nicht mehr. Anleger, die vor dem 18. September 2008 investiert haben, genießen den Vorteil noch bis zum 10. Januar 2011.