Ausgewählte inflationsgesicherte Rentenfonds, sortiert nach 3-Jahres-Performance
Aufschluss über die Markterwartung gibt die sogenannte Breakeven-Inflationsrate. Sie misst den Renditeabstand zwischen einem Linker und einer herkömmlichen Anleihe gleicher Laufzeit. "Die eingepreisten Inflationserwartungen haben sich nach dem Zusammenbruch im zweiten Halbjahr 2008 wieder etwas erholt, liegen aber im historischen Vergleich immer noch auf sehr niedrigem Niveau", sagt Günther Welter, Manager des Fonds Uni Euro Renta Real Zins. So profitierten Käufer inflationsgeschützter Bundesobligationen mit Laufzeit bis April 2013 schon dann, wenn die Inflation über 0,4 Prozent liegt.
Für einen Anstieg der Geldentwertung sprechen nach Auffassung von Welter neben der Verschuldung der Euro-Länder noch eine Reihe weiterer Faktoren. So blieben Rohstoffe wegen der Nachfrage aus Schwellenländern knapp, was die Preise spätestens im nächsten Aufschwung wieder antreiben dürfte. "Hinzu kommt die massive Ausweitung der Geldmenge in der Euro-Zone", sagt Welter. Und: Ein geringeres Produktivitätswachstum sowie sinkender Wettbewerbsdruck durch staatlichen Protektionismus könnten die Inflation zusätzlich anheizen. All das macht inflationsgesicherte Anleihen für Investoren interessant, die mit einem stärkeren Anstieg des Preisniveaus rechnen.
Trotz steigender Schulden der Euro-Länder rechnen Fondsmanager jedoch nicht mit einer Hyperinflation. Zwar sei eine hohe Staatsverschuldung in der Vergangenheit häufig "weginflationiert" worden. Doch das Geld, das der Staat momentan zur Krisenbewältigung aufbringe, wirke bislang nicht auf die Nachfrage, sagt Deka-Manager Franck. "Deshalb sehen wir noch keine nennenswerten Effekte auf die Inflation." Auch Tanguy Le Saout, Manager bei Pioneer, hält das Szenario einer Hyperinflation als Folge hoher Staatsdefizite für unwahrscheinlich: "Die meisten Länder der Euro-Zone sind sich über den Effekt schnell steigender Defizite im Klaren", sagt er. "Auch wenn die Maastricht-Kriterien nicht strikt eingehalten werden, zeigen die meisten Euro-Länder doch eine gewisse Haushaltsdisziplin."