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Merken   Drucken   16.01.2012, 15:08 Schriftgröße: AAA

Ratingagenturen: Moody's hält zu Frankreich - zumindest vorerst

Paris steht nach dem Entzug der Topbonität durch die Ratingagentur S&P unter Schock. Konkurrent Moody's hält hingegen vorerst sein "AAA" für Frankreich aufrecht. Allerdings könnte der Ausblick schon bald auf negativ gesenkt werden.
Die Ratingagentur Moody's will noch in den ersten drei Monaten des Jahres ihre Position zu Frankreich überarbeiten. Die Entwicklung der staatlichen Schulden und potenzielle Ausgaben für weitere Krisenhilfen in Europa könnten den stabilen Ausblick für die Kreditwürdigkeit des Landes belasten, teilte das Unternehmen am Montag mit. Sollte die Staatsverschuldung weiter ansteigen oder die europäische Schuldenkrise sich verschärfen, sei die Top-Note "AAA" auch bei Moody's in Gefahr. Die Entscheidung werde im Rahmen einer Evaluation aller Euro-Staaten bis Ende März fallen.
Die Herabstufungen von S&P sind ...

 

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Die Konkurrenz von Standard & Poor's (S&P) hatte Frankreich am Freitag um eine Stufe auf "AA+" herabgestuft und das Rating mit einem negativen Ausblick versehen. Fitch, die kleinste der drei großen Ratingagenturen, bewertet Frankreich weiterhin mit "AAA". Die Agentur hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass man Frankreich erst 2013 neu bewerten werde, sollte sich die Schuldenkrise nicht dramatisch verschärfen.
Nur Deutschland bleibt
Nach der großangelegten Ratingaktion vom Freitag ist Deutschland das einzige Euro-Land mit der Note "AAA" und stabilem Ausblick. Finnland, die Niederlande und Luxemburg haben zwar ihre Topnote "AAA" behalten, der Ausblick wurde auf negativ gesetzt. Neben Frankreich verlor auch Österreich seine Topnote. Die S&P-Analysten verweisen dabei vor allem auf die Probleme in Italien und Ungarn, mit denen die Alpenrepublik sehr eng verzahnt sei.
Viele Euro-Länder müssen zudem mittelfristig mit weiteren Herabstufungen ihrer Kreditwürdigkeit durch S&P rechnen. "Wir hatten jetzt für die meisten Euro-Staaten auch einen negativen Ausblick gleich mit angekündigt", sagte der Leiter der für die Länderratings zuständigen Abteilung bei S&P Deutschland, Moritz Kraemer, der Nachrichtenagentur Reuters. "Das bedeutet, dass innerhalb der nächsten ein oder zwei Jahre weitere Herabstufungen folgen könnten." Kraemer schränkte aber ein: "Unmittelbar um die Ecke steht da nichts an - es sei denn, es kommt zu einer unerwarteten Verschlechterung der Situation".
Nach Einschätzung der Bank of America ist die Ratingaktion insgesamt schlechter als erwartet ausgefallen. In einer am Montag verbreiteten Notiz bezeichnet das Institut die Herabstufungen als "destabilisierend, aber nicht verheerend". Die Bank rechnet damit, dass Moody's in den nächsten Tagen ebenfalls die Bonitätsnoten für einige Länder senken wird.
Der Royal Bank of Scotland (RBS) zufolge rufen die Herabstufungen den Anlegern vor allem in Erinnerung, dass die Schuldenkrise noch einige Zeit andauern wird. Zudem dürften sie dazu führen, dass die europäischen Rettungsschirme EFSF und ESM ihr "AAA"-Rating nicht werden halten können. Die europäischen Staaten müssten dafür entweder ihre finanziellen Zusagen deutlich ausweiten oder eine geringere finanzielle Schlagkraft akzeptieren. Den Berechnungen der Bank zufolge könnten die EFSF 169 und der ESM 200 Mrd. Euro weniger für Stützungskäufe ausgeben als bislang geplant, wenn sie ihr "AAA"-Rating ohne zusätzliche Finanzspritzen halten wollen.
  • FTD.de, 16.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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