Hauptfaktor hierfür war, dass die US-Ratingagentur Moody's Investors Service gewarnt hatte, die Bonitätsnoten für Banken mit Tochtergesellschaften in Osteuropa gesenkt werden könnten. Dies betrifft vor allem österreichische und schwedische Institute, aber auch deutsche Banken sind in Osteuropa stark engagiert. Kritisch äußerste sich auch die Ratinagentur Standard & Poor's und kündigte eine Überprüfung der Ratings osteuropäischen Banken an.
So kletterte die Differenz zwischen zehnjährigen deutschen und österreichischen Staatsanleihen auf ein Rekordniveau von 132 Basispunkten. Vor einer Woche waren es noch 88 Basispunkte. Der Renditeaufschlag zehnjähriger italienischer Papiere zu entsprechenden Bundesanleihen explodierte binnen einer Woche in der Spitze auf 163 von 119 Basispunkten.
Der Bund-Future stieg in der Spitze um 75 Stellen auf 125,94 Punkte und lag am Abend bei 125,70 Zählern. Die Rendite zweijähriger Bundesschatzanweisungen rutschte zeitweise auf ein Rekordtief von 1,154 %, verglichen mit 1,223 % zum Vortagesschluss. Die zehnjährige Rendite fiel erstmals seit rund vier Wochen wieder unter drei Prozent auf 2,984 %.
Aber auch US-Treasuries legten im Zuge der Flucht der Anleger in sichere Anlagen deutlich zu. Die Rendite zehnjähriger US-Staatspapiere sackte gegenüber Freitag zeitweise um 20 Basispunkte auf 2,68 %. Am Montag waren die US-Märkte geschlossen. Die Rendite zweijähriger Notes sank in der Spitze auf 0,84 % von 0,97 %. US-Staatsanleihen mit 30 Jahren Laufzeit rentierten am Abend mit 3,51 % nach 3,68 % am Freitag.