So ist die Stimmung in den deutschen Unternehmen so schlecht wie seit mehr als 15 Jahren nicht mehr. Zum sechsten Mal in Folge fiel der Ifo-Geschäftsklimaindex und sackte im November von 90,2 auf 85,5 Punkte ab. Die Aussichten für die kommenden sechs Monate beurteilen die Firmen sogar so negativ wie seit 35 Jahren nicht mehr.
Dies hätte normalerweise die Rentenmärkte der Euro-Zone stützen müssen, war aber vom Markt durchaus erwartet worden. Außerdem sind die Zinssenkungserwartungen in der jüngsten Vergangenheit auch für die Euro-Zone so stark gestiegen, dass die Investoren bei den Staatsanleihen eine Verschnaufpause einlegten und wieder auf Aktien setzten. Der Bund-Future verlor bis zum Abend 77 Stellen auf 119,94 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Papiere stieg um 4 Basispunkte auf 3,43 %. Zweijährige Papiere rentierten 12 Basispunkte höher mit 2,2 %. Analysten sehen darin jedoch nur eine vorübergehende Konsolidierung, bevor die Staatsanleihen ihre Aufwärtsbewegung wieder aufnehmen dürften.
Kurse langlaufender Treasuries fallen
In den USA fielen zunächst vor allem die Kurse lang laufender Treasuries. Die Rendite zehnjähriger Papiere stieg bis zum frühen Abend auf 3,34 % von 3,24 % am Freitag. Zweijährige Titel verloren nach einer schwachen Auktion neuer Papiere, ihre Rendite stieg um 11 Basispunkte auf 1,21 %. Am Montag und Dienstag kommen zwei- und fünfjährige Treasuries im Rekordvolumen von 62 Mrd. $ auf den Markt.
Die US-Währung gab gegenüber den meisten Währungen teils kräftig nach. Stark zulegen konnten die Währungen zahlreicher Schwellenländer, aber auch der Euro befestigte sich deutlich. Der brasilianische Real kletterte zur US-Währung um 4,5 %, der südafrikanische Rand um 3,4 %. Am frühen Abend mussten für einen Euro 1,2895 $ gezahlt werden - über drei Cent mehr als am Freitag. Zum Yen stieg die Gemeinschaftswährung um 4 % auf 124,82 Yen nach 120,71 Yen am Freitag. Das Pfund Sterling erholte sich dank der neuen Konjunkturmaßnahmen der britischen Regierung.
Der ungarische Forint profitierte von einer überraschenden Leitzinssenkung um 50 Basispunkte auf 11,0 % und legte zum Euro und zum Dollar kräftig zu. Auch andere osteuropäische Währungen stiegen.