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Merken   Drucken   01.07.2009, 20:09 Schriftgröße: AAA

Renten und Devisen: Investoren richten sich auf Stagnation ein  

In den USA mehren sich Signale aus der Industrie, die ein baldiges Ende der Rezession anzeigen. Anleger verkauften relativ sichere US-Staatsanleihen, was deren Rendite nach oben trieb. von André Kühnlenz (Frankfurt)
Bei kürzeren Laufzeiten fiel die Verzinsung jedoch, was Analysten damit erklärten, dass Investoren noch keinen kräftigen Aufschwung erwarten. Stattdessen setzen Anleger offenbar auf eine längere Zeit, in der die US-Notenbanker den Leitzins nahe null lassen. Notenbankerin Janet Yellen und Martin Feldstein, einflussreicher Ex-Berater von Ronald Reagan, bekräftigten diese Erwartungen.
Bei US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren stieg die Rendite bis gegen 19 Uhr MESZ um zwei Basispunkte auf 3,57 %.
Die Einkaufsmanager aus der US-Industrie berichteten in einer Umfrage von der besten Stimmung in ihren Firmen seit August 2008, also einen Monat vor dem Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers. Wie das Institute for Supply Management (ISM) mitteilte, stieg der entsprechende Index von 42,8 Punkten im Mai auf 44,8 Zähler im Juni.
Das Barometer blieb zwar unter der Schwelle von 50 Punkten, die erfahrungsgemäß Wachstum in der Branche anzeigt - allerdings betonte Fabienne Riefer, Volkswirtin bei der Postbank: "In vergangenen Phasen ging ein Wert des ISM-Index im mittleren 40er-Bereich häufig mit einer gesamtwirtschaftlichen Stagnation und nicht mehr mit einer Rezession einher."
Hoffnungsvoll stimmte Beobachter, dass erstmals seit Längerem die Produktion wieder nach oben ging. Auch der Beschäftigungsabbau verlangsamte sich. "Das lässt auf den morgigen Arbeitsmarktbericht hoffen", sagte James Knightley, Volkswirt bei ING. "Zwar wiesen die Signale wieder auf Wachstum, doch sorgen wir uns um die Nachhaltigkeit dieses Umschwungs", sagte er.
So sind etwa die Neuaufträge wieder leicht gesunken, nachdem sie im Mai noch gestiegen waren. Andere Daten schürten wiederum Zweifel an einer bevorstehenden Wende am Immobilienmarkt. Die Bauausgaben der Amerikaner sanken im Mai um 0,9 % im Vergleich zum Vormonat. Im April hatte es noch den ersten Anstieg seit September 2008 gegeben.

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