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Merken   Drucken   21.01.2009, 21:36 Schriftgröße: AAA

Renten und Devisen: Ratingagentur S&P bestraft Portugal  

Das Beben an den Finanzmärkten hat die Anleger wieder in vermeintlich sichere Staatsanleihen getrieben. Der für die europäischen Rentenmärkte richtungsweisende Bund-Future legte zu und stieg bis 21 Uhr um 3 Stellen auf 125,01 Punkte. von Mareike Schulz und Mark Schrörs (Frankfurt)
Der Euro  stieg leicht auf 1,2947 $, hatte zuvor aber schwächer notiert. Zuvor war bekannt geworden, dass die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) das Länderrisiko auch für Portugal herunterstuft. Die Bonitätsnote fiel um eine Stufe von "AA-" auf "A+". Als Begründung gab S&P an, dass wegen der hohen Staatsverschuldung Portugals ausreichend strukturelle Reformen unwahrscheinlich seien, um in der bisherigen Bonitätsgruppe verbleiben zu können. "Unserer Ansicht nach steht Portugal weiterhin vor wachsenden und schwierigen Herausforderungen bezüglich der Wettbewerbsfähigkeit. Das Land leidet unter einem anhaltenden geringen Wirtschaftswachstum", sagte S&P-Kreditanalyst Trevor Cullinan.
Investoren hatten diesen Schritt bereits befürchtet. Erst zu Beginn der Woche hatte S&P die Kreditwürdigkeit Spaniens von "AAA" auf "AA-" zurückgenommen. Zuvor hatte sie die Bonität Griechenlands herabgestuft. Negativ für die Staaten wirkt sich zudem aus, dass sie Garantien für ihre kriselnden Banken bereitstellen müssen, was wiederum den Haushalt belasten könnte.
Die unterschiedlichen Bonitäten zwischen den Ländern der Euro-Zone spiegeln sich in den enormen Aufschlägen wider, die die Länder für Staatsanleihen zahlen müssen, die sie begeben. Im Vergleich zu deutschen Bundesanleihen weiteten sich die Aufschläge auch am Mittwoch wieder aus. Der Spread, den beispielsweise Irland zahlen muss, stieg am Mittwoch um 40 Basispunkte auf ein Rekordniveau. Damit muss Irland 2,73 Prozentpunkte mehr zahlen als der deutsche Staat für vergleichbar lang laufende Papiere.
Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte am Mittwoch zeitweise nur noch bei 2,999 Prozent nach 3,018 Prozent am Vortag. Zweijährige Bundesanleihen legten zu, sodass ihre Rendite bis auf 1,429 Prozent abrutschte und damit so niedrig war wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Damit stieg der Abstand zwischen zehn- und zweijährigen Renditen wieder auf 157 Basispunkte.

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