Kommt es so, droht sich die Schuldenkrise gleich zu Beginn des neuen Jahres zu verschärfen. Zwar wird Griechenland an den Märkten seit Langem schon als faktisch insolventer Staat betrachtet, und viele Banken haben ihre Griechenland-Anleihen bereits deutlich im Wert herabgeschrieben. Gleichwohl dürfte die Unsicherheit darüber, wie hoch der Schuldenschnitt tatsächlich ausfällt, die Nervosität der Anleiheanleger nochmals erhöhen.
Das sind denkbar schlechte Voraussetzungen zum Start in das neue Jahr, dessen erstes Quartal nach Ansicht von Experten entscheidend dafür ist, ob die Euro-Zone in ihrer jetzigen Konstellation erhalten bleibt oder mit unabsehbaren Folgen auseinanderbricht. Denn bis ins Frühjahr hinein müssen Europas Krisenstaaten fürchten, wegen des Vertrauensverlusts an den Anleihemärkten nicht genügend Geldgeber zu finden.
Alle Euro-Staaten zusammen müssen bis Ende April 650 Mrd. Euro an Altschulden tilgen und neues Geld durch den Verkauf von Staatsanleihen hereinholen. Allein Italien, Spanien, Belgien und Frankreich müssen mehr als 400 Mrd. Euro umschulden.
Die Griechen sind dringend darauf angewiesen, dass sich die Gläubiger auf einen freiwilligen Verzicht einlassen. Daran hängt das Hilfspaket über 130 Mrd. Euro, das die Euro-Zonen-Länder und der Internationale Währungsfonds (IWF) geschnürt haben.
Die Zeit drängt: Bis 20. März braucht Athen neues Geld, weil dann 14 Mrd. Euro an Anleihen fällig werden. Kommt keine Einigung zustande, weil sich die Banken auf einen größeren Verzicht nicht einlassen, könnte Athen den Zahlungsausfall auf alle Schulden erklären - die erste Staatspleite in Euroland wäre perfekt.