Der chinesische Ministerpräsident Wen in Berlin. Merkel ist derzeit zum Gegenbesuch in Peking
Nach einer Reihe vager Solidaritätsbekundungen in den vergangenen Monaten nahm Wen damit erstmals direkt Bezug auf den Euro-Rettungsschirm. EU und IWF diskutieren seit Wochen darüber, wie dessen Schlagkraft gestärkt werden kann.
IWF-Chefin Christine Lagarde schlug dazu kürzlich eine Kombination aus dem bestehenden Notfallfonds EFSF und dem permanenten Krisenmechanismus ESM vor, den die Europäer im Juli in Kraft setzen wollen. Überdies forderte die IWF-Chefin eine Aufrüstung der hauseigenen Kriegskasse um 500 Mrd. Dollar. Die Euro-Staaten haben dem IWF dafür bereits 150 Mrd. Euro (200 Mrd. Dollar) zugesagt, den Rest hofft Lagarde unter anderem von großen Schwellenländern wie China zu bekommen. Der Währungsfonds finanziert gemeinsam mit den EU-Staaten die laufenden Hilfsprogramme für Griechenland, Irland und Portugal.
China erwartet von den Europäern größere Anstrengungen
Ministerpräsident Wen äußerte sich nicht dazu, welche Summe Peking eventuell aufzubringen bereit wäre. Zudem mahnte er, die Europäer selbst müssten mehr Einsatz zeigen: "Grundlage und Schlüssel der Bewältigung der Schuldenkrise sind eigene Anstrengungen Europas."
Bislang streiten die Europäer noch über die Größe der eigenen Rettungsfonds - eine Kombination von EFSF und ESM lehnt die Bundesregierung bislang ab, weil sie die Verlustrisiken für Deutschland erhöhen würde.
Mehrere Abgeordnete der Regierungsfraktionen in Berlin signalisierten zuletzt aber die Bereitschaft, einer Zusammenlegung der beiden Fonds im Notfall zuzustimmen. "Ich kann nichts ausschließen nach dem Motto, das geht überhaupt nicht", sagte CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder am Montag in der ARD. Ähnlich hatte sich zuvor schon FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle geäußert.