Auch wenn die Zinsen seit Mitte November wieder etwas gesunken sind, bewegt noch immer viele Beobachter die Frage, wie lange es Italien ohne Hilfe der anderen Euro-Staaten noch aushält - zumal die Anleiherenditen sich längst schon wieder in Richtung sieben Prozent bewegen. Waren doch Irland und Portugal nicht schon bei weitaus geringeren Zinsständen unter den Rettungsschirm geschlüpft. Da kann ein Befund der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), die oft auch als die Notenbank der Notenbanken bezeichnet wird, nur auf den ersten Blick beruhigen.
In ihrem jüngsten Quartalsbericht sagen die BIZ-Ökonomen voraus, dass selbst wenn es 2012 in Italien bei den Rekordzinsen von 7,48 Prozent bleiben sollte, die Regierung in Rom gerade einmal 0,95 Prozent des Bruttoinlandsprodukts mehr für den Schuldendienst bezahlen muss.
Also war doch alles nur Panikmache, was in den vergangenen Wochen an den Märkten zu beobachten war? Hatte Italiens Regierung nicht bis 1997 jahrelang mehr als sieben Prozent seinen Gläubigern zahlen müssen? Auf den zweiten Blick beruhigt der Befund der BIZ allerdings überhaupt nicht. Denn Italien steuert derzeit auf eine Rezession zu, die dann auch durch den erhöhten Druck aus Brüssel, Berlin und Frankfurt zum verstärkten Sparen mit ausgelöst wurde.
Die Folge: Steuereinnahmen sinken und machen es der Regierung noch schwerer die Zinsen zu zahlen - eine Abwärtsspirale droht, bei der aus den Schulden von gut 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukt recht schnell schon 130 oder 140 Prozent werden.