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Merken   Drucken   12.12.2011, 15:27 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Euro-Zone muss Italien-Virus fürchten

Kommentar Die Verzinsung der Staatsanleihen des Landes steigt wieder in Richtung sieben Prozent. Zwar kann Rom dieses Niveau wohl noch Monate verkraften. Doch die Euro-Zone muss sich auf einen turbulenten Start ins neue Jahr einstellen - und braucht Eurobonds. von André Kühnlenz 
Als die Verzinsung italienischer Staatsanleihen vor wenigen Wochen Rekorde seit Euro-Einführungen erreichte, war die Aufregung unter Marktteilnehmern groß. Sollte Rom tatsächlich von nun an mehr als sieben Prozent etwa für zehnjährige Darlehen am Kapitalmarkt zahlen müssen, dann drohe ein unkontrollierter Anstieg Staatsschulden - so fürchteten viele Investoren damals und auch heute. Welcher Kreditgeber wäre bei diesen Aussichten bereit, der Regierung überhaupt noch Geld zu leihen, fragten sich Beobachter voller Sorge. Geht es der Regierung bald wie den Banken des Landes, die schon seit dem Sommer fast kein Geld mehr am Finanzmarkt bekommen?
Wie sieht die Euro-Zone in zehn Jahren aus?

 

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Auch wenn die Zinsen seit Mitte November wieder etwas gesunken sind, bewegt noch immer viele Beobachter die Frage, wie lange es Italien ohne Hilfe der anderen Euro-Staaten noch aushält - zumal die Anleiherenditen sich längst schon wieder in Richtung sieben Prozent bewegen. Waren doch Irland und Portugal nicht schon bei weitaus geringeren Zinsständen unter den Rettungsschirm geschlüpft. Da kann ein Befund der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), die oft auch als die Notenbank der Notenbanken bezeichnet wird, nur auf den ersten Blick beruhigen.
In ihrem jüngsten Quartalsbericht sagen die BIZ-Ökonomen voraus, dass selbst wenn es 2012 in Italien bei den Rekordzinsen von 7,48 Prozent bleiben sollte, die Regierung in Rom gerade einmal 0,95 Prozent des Bruttoinlandsprodukts mehr für den Schuldendienst bezahlen muss.
Also war doch alles nur Panikmache, was in den vergangenen Wochen an den Märkten zu beobachten war? Hatte Italiens Regierung nicht bis 1997 jahrelang mehr als sieben Prozent seinen Gläubigern zahlen müssen? Auf den zweiten Blick beruhigt der Befund der BIZ allerdings überhaupt nicht. Denn Italien steuert derzeit auf eine Rezession zu, die dann auch durch den erhöhten Druck aus Brüssel, Berlin und Frankfurt zum verstärkten Sparen mit ausgelöst wurde.
Die Folge: Steuereinnahmen sinken und machen es der Regierung noch schwerer die Zinsen zu zahlen - eine Abwärtsspirale droht, bei der aus den Schulden von gut 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukt recht schnell schon 130 oder 140 Prozent werden.

Teil 2: Es geht nur mit Eurobonds

  • FTD.de, 12.12.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 13.12.2011 06:57:09 Uhr   JayJay: Stabilitätsbonds pfui

    Stabilitätsbonds (früher mal Eurobonds) sind des Teufels, dennoch werden sie gegen den Willen des deutschen Bürgers, von der Politikerkaste zu des Großkapitals Gnaden durchgesetzt werden, früher oder später. Der Bürger haftet dann mit seinem Volksvermögen, für den Rest Eurpoas. Armes Deutschland

  • 12.12.2011 21:22:16 Uhr   Very Serious Sam: Wieso Eurobonds?
  • 12.12.2011 19:08:57 Uhr   Politikverdruss: Lieber nicht!
  • 12.12.2011 15:54:54 Uhr   Macwoiferl: Euro-Zone fürchtet Italien-Virus
  • 12.12.2011 15:51:00 Uhr   Markus: Ja, her mit den Eurobonds!
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