FTD.de » Finanzen » Aktien + Märkte » Marktberichte Anleihen + Devisen » EZB fährt Anleihekäufe drastisch zurück

Merken   Drucken   12.12.2011, 18:52 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: EZB fährt Anleihekäufe drastisch zurück

In einer großen Intervention der Zentralbank sehen viele Experten die letzte Hoffnung zur Lösung der Euro-Krise. Doch die Währungshüter hielten sich beim Kauf von Staatsanleihen zuletzt zurück. Das könnte sich aber schon bald ändern.
© Bild: 2011 Bloomberg/Hannelore Foerster
In einer großen Intervention der Zentralbank sehen viele Experten die letzte Hoffnung zur Lösung der Euro-Krise. Doch die Währungshüter hielten sich beim Kauf von Staatsanleihen zuletzt zurück. Das könnte sich aber schon bald ändern.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Unterstützung für hoch verschuldete Länder in der vergangenen Woche deutlich reduziert. Die Ausgaben für Staatsanleihen der Euro-Schuldensünder beschränkten sich auf 635 Mio. Euro, das ist die niedrigste Summe seit Ende März. Nach Ausweitung der Käufe auf italienische und spanische Staatsanleihen im August hatte die EZB bislang wöchentlich mehrere Milliarden Euro in die Bond-Märkte gepumpt. Ziel ist, die Kurse der Papiere zu stützen und damit den Anstieg der staatlichen Refinanzierungskosten zu bremsen.
Die Anleihekäufe sind innerhalb der Zentralbank heftig umstritten. Bundesbankpräsident Jens Weidmann und sein Vorgänger Axel Weber stimmten als Mitglieder des EZB-Rats dagegen. Sie sehen in den Anleihekäufen einen Verstoß gegen das im EU-Vertrag festgeschriebene Verbot der Staatsfinanzierung mit der Notenpresse. Untersagt ist im Vertrag von Lissabon "der unmittelbare Erwerb von Schuldtiteln" der EU-Staaten. Die EZB kauft die Papiere allerdings nicht bei den Regierungen, sondern aus zweiter Hand, also von Investoren, die den Staaten Geld geliehen haben.




Bitte warten



Diese Grafik kann nur angezeigt werden,
wenn Sie Flash und Javascript
aktiviert haben.
Forderung nach Ausweitung zurückgewiesen
Trotzdem hält auch Notenbankpräsident Mario Draghi die Käufe für nicht unproblematisch. Das machte der Italiener in der vergangenen Woche deutlich: Auf Forderungen nach einer Ausweitung des sogenannten Securities Market Programme (SMP) sagte Draghi, er wolle das Verbot der Staatsfinanzierung nicht unterlaufen. Bei der bislang größten Intervention Anfang August waren binnen einer Woche 22 Mrd. Euro geflossen, diese Summe soll nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters auch in Zukunft nicht überschritten werden.
EZB-Chef Mario Draghi   EZB-Chef Mario Draghi
Die Verminderung der Anleihekäufe in der vergangenen Woche bedeutet aber nicht zwingend eine Kehrtwende. Vor dem EU-Gipfel war die Lage an den Bond-Märkten vergleichsweise entspannt: Die Renditen italienischer Staatsanleihen rutschten zu Beginn der vergangenen Woche erstmals seit über einem Monat unter die Marke von sechs Prozent. Sinkende Renditen gehen bei Anleihen mit steigenden Kursen einher. Für Optimismus sorgten das Sparprogramm der neuen italienischen Regierung und die Hoffnung auf den Gipfel.
Am Montag zogen die Renditen italienischer und spanischer Papiere aber wieder kräftig an: Zehnjährige italienische Bonds rentierten mit bis zu 6,79 Prozent zeitweise 0,43 Prozentpunkte höher als noch am Freitag. Die Renditen spanischer Zehnjahresläufer stiegen in der Spitze um 0,31 Prozentpunkte auf 6,07 Prozent. Die EZB könnte sich deshalb gezwungen sehen, wieder stärker zu intervenieren. Seit Beginn der Anleihekäufe im Mai 2010 gab die Zentralbank insgesamt 207,5 Mrd. Euro für Anleihen hoch verschuldeter Länder aus.
  • FTD.de, 12.12.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Newsletter:   Eilmeldungen Finanzen

Wenn die Deutsche Bank durch einen Stresstest fällt, erfahren Sie es zuerst in unserem Finanznewsletter.

Beispiel   |   Datenschutz
markets - Das Finanzinformationsportal
  DAX 6322,8  [6.91 +0,11%
  Euro Stoxx 50 2150,04  [-6.48 -0,30%
  Dow Jones 12529,75  [33.6 +0,27%
  Nasdaq Composite 2839,38  [-10.74 -0,38%
  Euro 1,25656 USD  [0.00307 +0,24%
  Brent-Öl 106,56 USD  [0.25 +0,24%
Tweets von FTD.de Finanz-News

Weitere Tweets von FTD.de

Immobilien-Kompass
Partnerangebot Immobilien suchen in ...
  • Kursverluste, Ärger mit Behörden und der Nasdaq: Das Börsenparkett ist zu glatt für Facebook. Die Internetstars aus Kalifornien sehen am Aktienmarkt aus wie Anfänger. Damit es Ihnen nicht so geht: Testen Sie Ihr Börsenwissen.

    Bei einem Verlust von 30 Prozent - wie stark müsste der Aktienkurs steigen, damit Sie wieder beim Anfangsniveau angelangt sind?

    Börsen-Quiz: Machen Sie es besser als Facebook

    Alle Tests

  14.03. Quiz Kennen Sie sich aus im DAX?

Wer seit Jahresbeginn auf Aktien setzt, kann sich bislang über einen satten Gewinn freuen. Mischen Sie mit bei der Rally - im Quiz von FTD.de. Testen Sie ihr DAX-Wissen.

Seit wann gibt es den DAX?

Quiz: Kennen Sie sich aus im DAX?

Alle Tests

 



AKTIEN + MÄRKTE

mehr Aktien + Märkte

DERIVATE

mehr Derivate

INVESTMENTFONDS

mehr Investmentfonds

IMMOBILIEN

mehr Immobilien

ALTERNATIVE ANLAGEN

mehr Alternative Anlagen

FINANZCHECK

mehr Finanzcheck

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote