Das Volumen der Zahlungsrückstände in den Büchern der spanischen Banken ist so hoch wie seit 1994 nicht mehr. Ein Grund dafür ist die schlechte Wirtschaftslage.
Die spanischen Banken haben so viele faule Kredite in ihren Büchern wie seit fast zwanzig Jahren nicht mehr. Das Volumen der Zahlungsrückstände erhöhte sich im Dezember um 1,5 Mrd. auf 135,7 Mrd. Euro, teilte die Notenbank am Freitag in Madrid mit. Das entspricht einem Anteil von 7,61 Prozent am gesamten Kreditportfolio.
Ein Grund dafür ist die schlechte Wirtschaftslage, die zu einem drastischen Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt hat. Jeder fünfte Spanier hat keinen Job - das ist ein Negativrekord in der Europäischen Union. Nach Nullwachstum im dritten Quartal ist die spanische Wirtschaft zum Jahresende um 0,3 Prozent geschrumpft. Damit steuert das Land auf die Rezession zu.
Von einer Rezession sprechen Wissenschaftler bei zwei Minusquartalen in Folge. Spanien war schon von der Weltwirtschaftskrise 2009 überdurchschnittlich hart getroffen worden und überwand den damaligen Konjunktureinbruch erst Mitte 2010. Für 2012 erwartet die Notenbank in Madrid einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,5 Prozent. Damit sinken die Chancen der Regierung, ihr Haushaltsloch zu stopfen.
Finanzminister Cristóbal Montoro äußerte zu Jahresbeginn in einem FTD-Interview Zweifel, ob sein Land die Neuverschuldung dieses Jahr wie geplant auf 4,4 Prozent des BIP senken könne. Dieses Ziel war von der sozialistischen Vorgängerregierung ausgegeben worden.
Spanien gilt wie Italien in der Schuldenkrise als Wackelkandidat. Im Gegensatz zu Griechenland, Irland und Portugal haben die beiden Staaten bislang keine Notkredite der Euro-Partner und des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Anspruch genommen. Dennoch gilt die Entwicklung ihrer Refinanzierungskosten als schicksalsentscheidend für die gesamte Währungsunion. Denn Spanien und Italien sind zu groß, um über mehrere Jahre von den Euro-Partnern gestützt zu werden.
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