FTD.de » Finanzen » Aktien + Märkte » Marktberichte Anleihen + Devisen » Griechen-Retter entdecken historisches Vorbild

Merken   Drucken   27.05.2011, 16:27 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Griechen-Retter entdecken historisches Vorbild

Auf der Suche nach einem Ausweg aus dem Schuldendrama ist die EU auf ein  Vorbild aus der Zeit nach dem Lehman-Debakel gestoßen. Die Wiener Initiative half nach der Finanzkrise Osteuropa wieder auf die Beine. Noch ist aber ungewiss, ob die EZB mitzieht.
© Bild: 2011 AFP
Auf der Suche nach einem Ausweg aus dem Schuldendrama ist die EU auf ein Vorbild aus der Zeit nach dem Lehman-Debakel gestoßen. Die Wiener Initiative half nach der Finanzkrise Osteuropa wieder auf die Beine. Noch ist aber ungewiss, ob die EZB mitzieht.
Im Streit über den Umgang mit der griechischen Schuldenkrise hat ein Vertreter der Europäischen Zentralbank Kompromissbereitschaft angedeutet. EZB-Direktoriumsmitglied José Manuel González-Páramo signalisierte erstmals Unterstützung dafür, an einer Lösung der Probleme private Gläubiger zu beteiligen. Eine freiwillige Refinanzierungszusage nach dem Vorbild der "Wiener Initiative" von 2009 könnte "Teil einer Lösung sein", sagte der Spanier.
Sollte Griechenland den Euro aufgeben?

 

Sollte Griechenland den Euro aufgeben?

Zum Ergebnis Alle Umfragen

Die Wiener Initiative war Teil eines 2009 aufgelegten IWF-Hilfsprogramms für mehrere osteuropäische Länder. Eine Gruppe von Banken unter Führung der italienischen Unicredit , der österreichischen Raiffeisen Bank International und der französischen Société Générale  sagte damals zu, ihre von der Finanzkrise schwer gebeutelten Tochtergesellschaften in Ungarn, Rumänien, Lettland und Serbien wenn nötig mit frischem Kapital auszustatten. Da es sich bei den Töchtern dieser Banken um die wichtigsten Geldgeber in den betroffenen Ländern handelte, konnte durch die Kombination aus privaten und öffentlichen Kapitalspritzen ein Zusammenbruch des Finanzsystems in Osteuropa verhindert werden.
Die Idee einer Wiener Initiative für Griechenland brachte zu Wochenbeginn EU-Währungskommissar Olli Rehn auf den Tisch. Gestützt werden sollten nach seinen Vorstellungen allerdings nicht griechische Banken, sondern der Staat: "Denkbar wäre eine Initiative nach Wiener Vorbild, die darauf abzielt, das Engagement privater Investoren, von Banken und anderen Finanzintituten in Griechenland aufrechtzuerhalten", sagte Rehn.
Ziel ist eine kollektive Selbstverpflichtung
Nach Einschätzung von Experten strebt die EU-Kommission eine Art Selbstverpflichtung von Inhabern griechischer Staatsanleihen an, die Einnahmen aus auslaufenden Bonds in neue Schuldtitel zu reinvestieren. Eine solche Selbstverpflichtung käme einer Art Abnahmegarantie für griechische Staatsanleihen gleich. Damit würde es Griechenland erleichtert, sich wieder Geld auf den Finanzmärkten zu beschaffen. Derzeit fordern Anleger selbst für Investitionen in kurzlaufende Schatzwechsel des Landes so hohe Zinsen, dass eine längerfristige Refinanzierung unbezahlbar erscheint.
Bis Ende 2013 laufen nach Berechnungen des Finanzdatendienstleisters Bloomberg griechische Anleihen im Wert von 91 Mrd. Euro aus. Dies entspreche gut einem Viertel der Gesamtschulden. Sollten die wichtigsten Gläubiger - in erster Linie sind das Banken und Versicherung - auf eine Reinvestition dieser Summe in neue Schuldtitel verpflichten, wäre das also eine erhebliche Erleichterung.

Teil 2: "Lastenteilung ohne Umschuldung"

  • FTD.de, 27.05.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Newsletter:   Eilmeldungen Finanzen

Wenn die Deutsche Bank durch einen Stresstest fällt, erfahren Sie es zuerst in unserem Finanznewsletter.

Beispiel   |   Datenschutz
markets - Das Finanzinformationsportal
  DAX 6318,54  [2.65 +0,04%
  Euro Stoxx 50 2148,82  [-7.7 -0,36%
  Dow Jones 12529,75  [33.6 +0,27%
  Nasdaq Composite 2839,38  [-10.74 -0,38%
  Euro 1,25497 USD  [0.00148 +0,12%
  Brent-Öl 106,56 USD  [0.25 +0,24%
Tweets von FTD.de Finanz-News

Weitere Tweets von FTD.de

Immobilien-Kompass
Partnerangebot Immobilien suchen in ...
  • Kursverluste, Ärger mit Behörden und der Nasdaq: Das Börsenparkett ist zu glatt für Facebook. Die Internetstars aus Kalifornien sehen am Aktienmarkt aus wie Anfänger. Damit es Ihnen nicht so geht: Testen Sie Ihr Börsenwissen.

    Bei einem Verlust von 30 Prozent - wie stark müsste der Aktienkurs steigen, damit Sie wieder beim Anfangsniveau angelangt sind?

    Börsen-Quiz: Machen Sie es besser als Facebook

    Alle Tests

  14.03. Quiz Kennen Sie sich aus im DAX?

Wer seit Jahresbeginn auf Aktien setzt, kann sich bislang über einen satten Gewinn freuen. Mischen Sie mit bei der Rally - im Quiz von FTD.de. Testen Sie ihr DAX-Wissen.

Seit wann gibt es den DAX?

Quiz: Kennen Sie sich aus im DAX?

Alle Tests

 



AKTIEN + MÄRKTE

mehr Aktien + Märkte

DERIVATE

mehr Derivate

INVESTMENTFONDS

mehr Investmentfonds

IMMOBILIEN

mehr Immobilien

ALTERNATIVE ANLAGEN

mehr Alternative Anlagen

FINANZCHECK

mehr Finanzcheck

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote