Anleger haben Italien wieder lieb: So sah es bei einer Anleiheauktion am Donnerstag aus. Nur einen Tag später ist die Stimmung immer noch passabel, aber nicht mehr euphorisch.
von Barbara SchäderFrankfurt
Investoren fassen offenbar wieder Vertrauen in Italien: Das hoch verschuldete Land begab am Freitag 4,75 Mrd. Euro an langlaufende Anleihen zu deutlich niedrigeren Zinsen als noch vor einem Monat. Sie lagen jedoch über der aktuellen Marktrendite. Der Euro rutschte nach der Emission vorübergehend unter die Marke von 1,28 Dollar. Der DAX
und der italienische Leitindex FTSE/MIB gaben einen Großteil der Gewinne vom Vormittag wieder ab.
Die Entwicklung der Refinanzierungskosten Italiens gilt als Schicksalsfrage für die gesamte Euro-Zone. Sollte Italien nicht mehr in der Lage sein, sich am Markt frisches Geld zu beschaffen, würde der Euro-Rettungsschirm nicht viel nützen: Die Mittel reichen für eine langfristige Unterstützung Italiens nicht aus. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Währungsunion sitzt auf einem Schuldenberg von mehr als 1800 Mrd. Euro, das entspricht fast 120 Prozent der Wirtschaftsleistung.
Rendite sinkt um 0,8 Prozentpunkte
Nach einer erfolgreichen Auktion von Zwölfmonatspapieren am Donnerstag, bei der sich die Refinanzierungskosten gegenüber dem Vormonat halbierten, hatten Investoren sich von der Anleihe-Emission offenbar ein ähnlich starkes Signal erhofft. Tatsächlich fiel die Rendite der im November 2014 fälligen Papiere mit 4,83 Prozent um rund 0,8 Prozentpunkte niedriger aus als bei der jüngsten vergleichbaren Auktion im Dezember.
Sie lag aber über den Markterwartungen: Auf dem Sekundärmarkt - also im Handel mit bereits umlaufenden Anleihen gleicher Laufzeit - hatte die Rendite vor der Auktion bei 4,66 Prozent notiert. Mit einem Volumen von 3 Mrd. Euro machten die Dreijahresanleihen den Löwenanteil der am Freitag platzierten Papiere aus.
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