Auch nach dem EU-Gipfel zur Stabilisierung der Währungsunion muss Italien weiter zittern: Bei der Aufnahme eines frischen Milliardenkredits musste das Land am Donnerstag Rekordzinsen zahlen. Für Investititionen in Zehnjahresanleihen im Wert von 3 Mrd. Euro forderten Anleger eine Rendite von durchschnittlich 6,06 Prozent. Das ist der höchste Satz seit Einführung des Euro. Bei der letzten vergleichbaren Auktion vor einem Monat hatten sie sich noch mit 5,86 Prozent zufriedengegeben. Auf dem Sekundärmarkt, also im Handel mit bereits ausgegebenen Staatsanleihen, notierten die Renditen kurz vor der Auktion bei 5,92 Prozent. Anschließend kletterten sie auf 5,97 Prozent.
Insgesamt nahm Rom über Anleihen mit verschiedenen Laufzeiten 7,9 Mrd. Euro am Markt auf. Angestrebt hatte das Finanzministerium einen Betrag von bis zu 8,5 Mrd. Euro, wegen der hohen Zinsen wurden aber nicht alle Papiere platziert.
Rückschlag für die Euro-Retter
Eines der wichtigsten Ziele des Gipfeltreffens am Mittwoch war es, den Anstieg der Refinanzierungskosten des italienischen Staates zu bremsen. Denn die drittgrößte Volkswirtschaft der Währungsunion ist für eine Rettung durch die Euro-Partner zu groß.
Auch die Europäische Zentralbank (EZB) bemüht sich deswegen seit Monaten, die Refinanzierungskosten des Landes zu drücken. Sie begann im August mit dem Kauf italienischer Staatsanleihen, um die Kurse zu stützen und im Gegenzug die Renditen zu senken. Die EZB kann Staatsanleihen aber nur aus zweiter Hand, also von anderen Investoren, erwerben. Die Renditen sanken daraufhin zeitweise auf rund fünf Prozent. Bei der Emission neuer Schuldtitel wie am Donnerstag darf sie nicht zugreifen, weil ihr die direkte Finanzierung von Staaten verboten ist.