Die Verbindlichkeiten italienischer Kreditinstitute bei der Europäischen Zentralbank (EZB) haben Ende Dezember 210 Mrd. Euro erreicht. Das geht aus einer Statistik hervor, die die italienische Notenbank am Montag veröffentlichte. Innerhalb eines Monats hat sich die Summe der EZB-Darlehen an italienische Geldhäuser damit um mehr als 50 Mrd. Euro erhöht.
Der Anstieg spiegelt die Probleme der Institute, sich am Markt zu refinanzieren. Geldhäuser aus anderen Ländern geben ihnen Banken kaum noch Kredit. Sie werden für die Refinanzierungsprobleme des italienischen Staates in Mithaftung genommen: Da die italienischen Banken die wichtigen Gläubiger Roms sind, müssten sie im Falle einer Staatspleite Milliardensummen abschreiben.
Die EZB leiht dagegen allen Kreditinstituten der Euro-Zone zum Leitzins von einem Prozent so viel Geld, wie sie haben wollen - vorausgesetzt, die Banken bieten entsprechende Sicherheiten. Im Dezember vergab die Zentralbank erstmals Darlehen mit einer Laufzeit von bis zu drei Jahren. Die italienischen Geldhäuser griffen dabei kräftig zu: Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters borgten sie sich 116 Mrd. Euro. Insgesamt verlieh die EZB rund 490 Mrd. Euro an mehr als 500 Banken.