Die italienische Zentralbank erwartet für das laufende Jahr einen Einbruch der Wirtschaftsleistung um 1,5 Prozent. Das geht aus dem zentralen Szenario des am Dienstag veröffentlichten Quartalsbericht der Banca d'Italia hervor.
Die Währungshüter sind damit weitaus pessimistischer als die Regierung, die Anfang Dezember ein Minus von 0,4 Prozent vorhergesagt hatte. Die Prognose der Zentralbank entspricht weitgehend der Schätzung des Arbeitgeberverbands Cofindustria, der mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,6 Prozent rechnet. Analysten der Citigroup und der britischen Bank HSBC erwarten sogar einen Einbruch um zwei Prozent.
Eine schwere Rezession würde die Chancen auf eine Überwindung der Euro-Krise erheblich verschlechtern. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Monti hatte im Dezember ein 30 Mrd. Euro schweres Sparpaket auf den Weg gebracht. Ziel ist, 2013 einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen.
Schon Montis Vorgänger Silvio Berlusconi hatte eine Reihe von Kürzungen und Steuererhöhungen beschlossen, um die Staatskasse zu sanieren. Doch die Einschnitte belasten die Einkommen der Italiener und damit den Konsum. Wenn deshalb die Wirtschaftsleistung sinkt, dürften wiederum die Steuereinnahmen zurückgehen - ein Teufelskreis.
Auch für das kommende Jahr sieht die Banca d'Italia schwarz: Sollten die seit Juli kräftig gestiegenen Refinanzierungskosten des italienischen Staates nicht sinken, werde die Wirtschaft 2013 stagnieren, schreiben die Notenbankexperten. Nur wenn die Differenz zwischen den Renditen zehnjähriger italienischer und vergleichbarer deutscher Staatsanleihen von derzeit rund fünf Prozentpunkten auf zwei Prozentpunkte schrumpfe, sei 2013 mit einer Erholung zu rechnen. In diesem Szenario würde die Rezession im laufenden Jahr mit einem Konjunktureinbruch von 1,2 Prozent etwas milder ausfallen.