IWF-Chefin Christine Lagarde
Die Zahlen bezögen sich nicht auf den Kapitalbedarf der Banken, betonen die Experten. Gleichzeitig bekräftigen sie aber, einige Institute müssten ihr Eigenkapital aufstocken. IWF-Chefin Christine Lagarde war Ende August mit der Forderung nach einer "dringenden Rekapitalisierung" europäischer Banken auf Kritik gestoßen. Bundesregierung und EU-Kommission teilten mit, es gebe keinen dringenden Handlungsbedarf.
Die Schätzung des IWF bezieht sich auf die Risiken, die europäischen Geldhäusern durch ihre Forderungen an hoch verschuldete Euro-Länder und an die dortigen Banken entstehen. Ausgewählt wurden neben den drei mit Notkrediten von IWF und Euro-Partnern gestützten Hilfsempfängern Griechenland, Irland und Portugal auch Italien, Spanien und Belgien.
Als Berechnungsgrundlage verwendete der Währungsfonds die Kosten für die Absicherung gegen Staats- und Bankpleiten mittels CDS-Kreditausfallderivaten. Die Prämien für CDS insbesondere auf griechische, irische und portugiesische Staatsanleihen sind seit Beginn der Euro-Krise kräftig gestiegen. Sie sind ein Indikator dafür, wie hoch die Märkte die Wahrscheinlichkeit einer Pleite einschätzen.