Die Refinanzierungskosten des Landes erreichen den höchsten Stand seit Einführung des Euro. Trotzdem reagieren die Börsen erleichtert: Die Papiere stoßen auf eine solide Nachfrage.
Italien hat für die Aufnahme frischer Milliardenkredite die höchsten Zinsen seit Einführung des Euro gezahlt. Für Investitionen in dreijährige Staatsanleihen forderten Anleger bei der Emission am Dienstag eine Rendite von durchschnittlich 7,89 Prozent. Für die Platzierung von Zehnjahrespapieren musste das Finanzministerium im Schnitt eine Rendite von 7,56 Prozent bieten. Insgesamt nahm Italien bei der Auktion 7,5 Mrd. Euro auf, das Ergebnis lag damit am oberen Ende der angestrebten Spanne von 5 bis 8 Mrd. Euro. Das sorgte auf den Märkten für Erleichterung.
Der Euro stieg nach Bekanntgabe des Ergebnisses um knapp einen US-Cent und übersprang die Marke von 1,34 Dollar. An der Mailänder Börse drehte der Leitindex FTSE/MIB ins Plus. Die Kurse italienischer Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt erholten sich: Die Renditen von Zehnjahrespapieren, die sich entgegengesetzt zu den Preisen bewegen, fielen von einem Tageshoch von 7,38 Prozent zeitweise auf 7,23 Prozent.
Sein Kollege Marc Ostwald vom Wertpapierhandelshaus Monument Securities wies indes darauf hin, dass die bei der Auktion gezahlten Zinsen unter den in der vergangenen Woche auf dem Sekundärmarkt geforderten Renditen lagen. "Das ist eine große Erleichterung." Auf die Dauer sei das hohe Zinsniveau für Italien aber nicht tragbar, sagte Ostwald.
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