Kanzlerin Merkel und der französische Präsident Sarkozy
Sarkozy bezog sich mit seiner Kritik auf den Vorschlag von Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker, den Krisenstaaten die Refinanzierung durch die Herausgabe sogenannter Gemeinschaftsanleihen zu erleichtern.
Für solche Euro-Bonds würden sämtliche Staaten der Währungsunion gemeinsam haften. Wegen der geringeren Ausfallgefahr würden auf solche Anleihen niedrigere Zinsen anfallen als auf Papiere der hoch verschuldeten Peripherie-Staaten. Bundeskanzlerin Merkel sagte dazu: "Es darf keine Vergemeinschaftung der Risiken geben." Auch eine Aufstockung des Euro-Rettungsschirms lehnten Merkel und Sarkozy ab.
Auf den ohnehin nervösen Anleihe-Märkten kam diese Botschaft nicht gut an. Die Angst vor einem Zahlungsausfall drückte die Kurse zehnjähriger spanischer Staatsanleihen. Die Renditen, die sich gegenläufig zu den Kursen bewegen, stiegen am Freitag um 14 Basispunkte auf 5,43 Prozent. Die Renditen auf zehnjährige portugiesische Papiere legten sogar um 17 Basispunkte auf 6,26 Prozent zu.
Die Zweifel an der Kreditwürdigkeit der Portugals wurden durch eine Warnung der Ratingagentur Moody's verschärft. Moody's erwägt laut einer Mitteilung vom Donnerstagabend eine Herabstufung der Bonitätsnote von zehn portugiesischen Banken. Bislang galt die Finanzbranche des Landes als vergleichsweise solide.