Nach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat auch der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy der Forderung nach einem gemeinsamen europäischen Schuldenmanagement eine Absage erteilt. "Ich glaube, wir sind nicht zu Rate gezogen worden, ehe diese Idee auf den Tisch gebracht wurde. Deshalb sollte niemand beleidigt sein, wenn wir sagen, dass wir nicht damit einverstanden sind", sagte Sarkozy am Freitag. Die Risikoprämien auf Staatsanleihen hoch verschuldeter Länder wie Spanien, Portugal und Irland zogen daraufhin wieder an.
Sarkozy bezog sich mit seiner Kritik auf den Vorschlag von Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker, den Krisenstaaten die Refinanzierung durch die Herausgabe sogenannter Gemeinschaftsanleihen zu erleichtern.
Für solche Euro-Bonds würden sämtliche Staaten der Währungsunion gemeinsam haften. Wegen der geringeren Ausfallgefahr würden auf solche Anleihen niedrigere Zinsen anfallen als auf Papiere der hoch verschuldeten Peripherie-Staaten. Bundeskanzlerin Merkel sagte dazu: "Es darf keine Vergemeinschaftung der Risiken geben." Auch eine Aufstockung des Euro-Rettungsschirms lehnten Merkel und Sarkozy ab.
Auf den ohnehin nervösen Anleihe-Märkten kam diese Botschaft nicht gut an. Die Angst vor einem Zahlungsausfall drückte die Kurse zehnjähriger spanischer Staatsanleihen. Die Renditen, die sich gegenläufig zu den Kursen bewegen, stiegen am Freitag um 14 Basispunkte auf 5,43 Prozent. Die Renditen auf zehnjährige portugiesische Papiere legten sogar um 17 Basispunkte auf 6,26 Prozent zu.
Die Zweifel an der Kreditwürdigkeit der Portugals wurden durch eine Warnung der Ratingagentur Moody's verschärft. Moody's erwägt laut einer Mitteilung vom Donnerstagabend eine Herabstufung der Bonitätsnote von zehn portugiesischen Banken. Bislang galt die Finanzbranche des Landes als vergleichsweise solide.
Auch die Renditen auf irische Staatsanleihen zogen an. Irland wurde zwar schon ein 85 Mrd. Euro schweres Rettungspaket von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) zugesagt. Der IWF teilte am Freitag jedoch mit, die Entscheidung über die Auszahlung seines 22,5 Mrd. Euro schweren Anteils werde verschoben. Man wolle die Abstimmung des irischen Parlaments über den Sparhaushalt der Regierung am 15. Dezember abwarten, sagte ein IWF-Sprecher. Der Sparhaushalt ist eine der Auflagen dafür, dass Irland Hilfe erhält. Einem Teil der Konsolidierungsmaßnahmen hatte das Parlament zu Beginn dieser Woche zugestimmt.
Der Euro musste am Freitag ebenfalls Federn lassen, er fiel zeitweise um 0,3 Prozent auf 1,3201 Dollar. Der Greenback profitierte allerdings von günstigen US-Konjunkturdaten: Das Verbrauchervertrauen erreichte auf dem Index von Thomson Reuters und der Universität Michigan mit 74,2 Zählern den höchsten Stand in sechs Monaten.