FTD.de » Finanzen » Aktien + Märkte » Marktberichte Anleihen + Devisen » Merkel und Sarkozy begraben Hoffnung auf Euro-Bonds

Merken   Drucken   10.12.2010, 17:57 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Merkel und Sarkozy begraben Hoffnung auf Euro-Bonds

Der französische Präsident unterstützt die Kanzlerin in der Ablehnung von Gemeinschaftsanleihen. Damit scheint dieser Ausweg aus der Schuldenkrise endgültig verbaut. Überdies droht den portugiesischen Banken ein schlechteres Rating. Die Märkte reagieren nervös.
Nach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat auch der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy der Forderung nach einem gemeinsamen europäischen Schuldenmanagement eine Absage erteilt. "Ich glaube, wir sind nicht zu Rate gezogen worden, ehe diese Idee auf den Tisch gebracht wurde. Deshalb sollte niemand beleidigt sein, wenn wir sagen, dass wir nicht damit einverstanden sind", sagte Sarkozy am Freitag. Die Risikoprämien auf Staatsanleihen hoch verschuldeter Länder wie Spanien, Portugal und Irland zogen daraufhin wieder an.
Kanzlerin Merkel und der französische Präsident Sarkozy   Kanzlerin Merkel und der französische Präsident Sarkozy
Sarkozy bezog sich mit seiner Kritik auf den Vorschlag von Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker, den Krisenstaaten die Refinanzierung durch die Herausgabe sogenannter Gemeinschaftsanleihen zu erleichtern.
Für solche Euro-Bonds würden sämtliche Staaten der Währungsunion gemeinsam haften. Wegen der geringeren Ausfallgefahr würden auf solche Anleihen niedrigere Zinsen anfallen als auf Papiere der hoch verschuldeten Peripherie-Staaten. Bundeskanzlerin Merkel sagte dazu: "Es darf keine Vergemeinschaftung der Risiken geben." Auch eine Aufstockung des Euro-Rettungsschirms lehnten Merkel und Sarkozy ab.
Auf den ohnehin nervösen Anleihe-Märkten kam diese Botschaft nicht gut an. Die Angst vor einem Zahlungsausfall drückte die Kurse zehnjähriger spanischer Staatsanleihen. Die Renditen, die sich gegenläufig zu den Kursen bewegen, stiegen am Freitag um 14 Basispunkte auf 5,43 Prozent. Die Renditen auf zehnjährige portugiesische Papiere legten sogar um 17 Basispunkte auf 6,26 Prozent zu.
Die Zweifel an der Kreditwürdigkeit der Portugals wurden durch eine Warnung der Ratingagentur Moody's verschärft. Moody's erwägt laut einer Mitteilung vom Donnerstagabend eine Herabstufung der Bonitätsnote von zehn portugiesischen Banken. Bislang galt die Finanzbranche des Landes als vergleichsweise solide.
Auch die Renditen auf irische Staatsanleihen zogen an. Irland wurde zwar schon ein 85 Mrd. Euro schweres Rettungspaket von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) zugesagt. Der IWF teilte am Freitag jedoch mit, die Entscheidung über die Auszahlung seines 22,5 Mrd. Euro schweren Anteils werde verschoben. Man wolle die Abstimmung des irischen Parlaments über den Sparhaushalt der Regierung am 15. Dezember abwarten, sagte ein IWF-Sprecher. Der Sparhaushalt ist eine der Auflagen dafür, dass Irland Hilfe erhält. Einem Teil der Konsolidierungsmaßnahmen hatte das Parlament zu Beginn dieser Woche zugestimmt.
Der Euro musste am Freitag ebenfalls Federn lassen, er fiel zeitweise um 0,3 Prozent auf 1,3201 Dollar. Der Greenback profitierte allerdings von günstigen US-Konjunkturdaten: Das Verbrauchervertrauen erreichte auf dem Index von Thomson Reuters und der Universität Michigan mit 74,2 Zählern den höchsten Stand in sechs Monaten.
  • FTD.de, 10.12.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Newsletter:   Eilmeldungen Finanzen

Wenn die Deutsche Bank durch einen Stresstest fällt, erfahren Sie es zuerst in unserem Finanznewsletter.

Beispiel   |   Datenschutz
markets - Das Finanzinformationsportal
  DAX 6286,62  [-29.27 -0,46%
  Euro Stoxx 50 2141,68  [-14.84 -0,69%
  Dow Jones 12529,75  [33.6 +0,27%
  Nasdaq Composite 2839,38  [-10.74 -0,38%
  Euro 1,25156 USD  [-0.00193 -0,15%
  Brent-Öl 106,56 USD  [0.25 +0,24%
Tweets von FTD.de Finanz-News

Weitere Tweets von FTD.de

Immobilien-Kompass
Partnerangebot Immobilien suchen in ...
  • Kursverluste, Ärger mit Behörden und der Nasdaq: Das Börsenparkett ist zu glatt für Facebook. Die Internetstars aus Kalifornien sehen am Aktienmarkt aus wie Anfänger. Damit es Ihnen nicht so geht: Testen Sie Ihr Börsenwissen.

    Bei einem Verlust von 30 Prozent - wie stark müsste der Aktienkurs steigen, damit Sie wieder beim Anfangsniveau angelangt sind?

    Börsen-Quiz: Machen Sie es besser als Facebook

    Alle Tests

  14.03. Quiz Kennen Sie sich aus im DAX?

Wer seit Jahresbeginn auf Aktien setzt, kann sich bislang über einen satten Gewinn freuen. Mischen Sie mit bei der Rally - im Quiz von FTD.de. Testen Sie ihr DAX-Wissen.

Seit wann gibt es den DAX?

Quiz: Kennen Sie sich aus im DAX?

Alle Tests

 



AKTIEN + MÄRKTE

mehr Aktien + Märkte

DERIVATE

mehr Derivate

INVESTMENTFONDS

mehr Investmentfonds

IMMOBILIEN

mehr Immobilien

ALTERNATIVE ANLAGEN

mehr Alternative Anlagen

FINANZCHECK

mehr Finanzcheck

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote