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Merken   Drucken   01.12.2011, 12:33 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Rekordzinsen machen Spanien froh

Noch nie musste Spanien so hohe Zinsen bieten wie heute. Dennoch ist das Finanzministerium in Madrid erleichtert. Denn die Auktion lockte deutlich mehr Investoren als erhofft.. von Barbara Schäder  Frankfurt
Trotz der konzertierten Aktion großer Notenbanken gegen die Krise steigen die Refinanzierungskosten Spaniens weiter: Für die Platzierung vier- und fünfjähriger Staatsanleihen zahlte das Finanzministerium am Donnerstag die höchsten Zinsen seit Einführung des Euro. Für Investitionen in die Vierjahresläufer forderten Anleger durchschnittlich eine Rendite von 5,19 Prozent. Für die Fünfjahrespapiere musste Madrid 5,28 Prozent Rendite bieten. Die Nachfrage nach den Papieren war allerdings fast drei Mal so hoch wie das Angebot, die Regierung brachte deshalb problemlos das angestrebte Maximalvolumen von 3,75 Mrd. Euro am Markt unter.
Kursinformationen und Charts
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Der neuerliche Anstieg der spanischen Refinanzierungskosten macht deutlich, dass die Ursachen der Krise mit der am Mittwoch angekündigten Dollar-Schwemme der Notenbanken nicht behoben sind. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Federal Reserve in den USA verabredeten mit den Notenbanken der Schweiz, Großbritanniens, Japans und Kanadas die Bereitstellung großzügiger Dollar-Kredite an die Geschäftsbanken. Auch der Zugang zu anderen Fremdwährungen soll erleichtert werden. Das Misstrauen der Anleger gegenüber hoch verschuldeten Staaten wie Spanien konnten sie damit aber nicht beheben.
Für ein kurzes Aufatmen an den Börsen sorgte dennoch die Nachricht, dass Madrid so viel Geld einsammeln konnte wie geplant: Der Euro  übersprang kurzzeitig die Marke von 1,35 Dollar und legte gegenüber dem Vortag 0,4 Prozent zu. Der spanische Leitindex Ibex 35 drehte ins Plus. Auch der DAX  übersprang kurzzeitig den am Mittwoch erreichten Schlusskurs von 6089 Zählern, gab seine Gewinne aber schnell wieder ab. Ein ähnliches Muster zeigte sich beim Euro Stoxx 50 .
Refinanzierungskosten Frankreichs leicht gesunken
Auch der französische Leitindex CAC 40  drehte nur kurz in die Gewinnzone, obwohl die Refinanzierungskosten Frankreichs am Donnerstag leicht zurückgingen. Paris nahm durch die Emission von Anleihen verschiedener Laufzeiten insgesamt 4,3 Mrd. Euro auf. Für die Platzierung von Zehnjahrespapieren zahlte das Finanzministerium eine Rendite von durchschnittlich 3,18 Prozent, bei der letzten vergleichbaren Auktion hatten Anleger 3,22 Prozent Rendite gefordert.
Für deutliche Entspannung sorgten beide Auktionen auf den Bond-Märkten: Die Renditen im Handel mit bereits umlaufenden Staatsanleihen sowohl Spaniens als auch Frankreichs gingen zurück. Spanische Zehnjahresläufer rentierten mit 6,01 Prozent, 0,22 Prozentpunkte niedriger als am Vortag. Die Renditen zehnjähriger französischer Staatsanleihen gaben um 0,24 Prozentpunkte auf 3,62 Prozent nach. Während der Sekundärmarkt für spanische Staatsanleihen immer wieder durch Interventionen der EZB beeinflusst wird, sind EZB-Käufe französischer Staatsanleihen bislang nicht bekannt.
15:00:53 Kursinformationen und Charts
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  • FTD.de, 01.12.2011
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