Finanzstaatssekretär Asmussen könnte Stark im EZB-Direktorium ersetzen
Den Rücktritt selbst bedauerte Schäuble. Stark habe einen großen Beitrag zur Stabilität des Euro geleistet. Zu den Gründen für den Abgang wollte sich der Minister nicht äußern. Am späten Abend will sich Schäuble gemeinsam mit Bundesbank-Präsident Jens Weidmann den Fragen der Presse stellen.
Die Märkte reagierten auf den bevorstehenden Abgang des konservativen Währungshüters entsetzt: Der
Euro fiel um 1,6 Prozent und rutschte erstmals seit Anfang Februar unter die Marke von 1,37 Dollar. Gegenüber dem
Yen stürzte die Gemeinschaftswährung zeitweise um zwei Prozent ab. Zum
Pfund gab der Euro rund ein Prozent nach.
Der
DAX fiel um vier Prozent auf 5190 Punkte - den tiefsten Stand seit Juli 2009. Auch der
Euro Stoxx 50 verlor gut vier Prozent. Der italienische Leitindex
FTSE/MIB stürzte um fast fünf Prozent ab.
Für zusätzliche Verunsicherung sorgten offenbar Gerüchte, Griechenland stehe unmittelbar vor einem Zahlungsausfall. Finanzminister Evangelos Venizelos sprach von "organisierten Spekulationen gegen den Euro und die Euro-Zone im Ganzen". Im Internet hatte es geheißen, Griechenland werde am Wochenende zahlungsunfähig. Venizelos sprach von einem "geschmacklosen Spiel". Es sei nicht das erste Mal, dass eine solche Gerüchtewelle losgetreten worden sei.
Das hoch verschuldete Italien ist derzeit in besonderem Maße auf die Anleihekäufe der EZB angewiesen. Die Refinanzierungskosten des Landes waren im August auf den höchsten Stand seit elf Jahren Euro gestiegen. Durch die Stützungskäufe gingen sie wieder leicht zurück. Gegen eben diese Anleihekäufe leistete Stark gemeinsam mit Bundesbankchef Jens Weidmann Widerstand - ohne Erfolg.