Das Land zahlt für Kredite mit bis zu 18 Monaten Laufzeit niedrigere Zinsen als im Dezember. Der eigentliche Härtetest steht noch bevor: Madrid will am Donnerstag langfristige Anleihen begeben - erstmals seit der Herabstufung durch S
Trotz der Herabstufung durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) bleibt Spanien auf Erholungskurs: Die Refinanzierungskosten des Euro-Wackelkandidaten gingen bei einer Schatzwechsel-Auktion am Dienstag zurück. Das Finanzministerium platzierte Papiere im Wert von 4,9 Mrd. Euro am Markt. Für Investitionen in 18-Monatspapiere forderten Anleger eine Rendite von 2,399 Prozent, bei der vorangegangen vergleichbaren Auktion im Dezember hatten sie 4,226 Prozent verlangt. Für die Platzierung von Zwölfmonatsläufern zahlte Madrid eine Rendite von 2,049 Prozent, im Dezember waren es noch 4,050 Prozent.
S&P hatte am Freitag das Rating für kurzfristige Schuldtitel des spanischen Staates von "A-1+" auf "A-1" gesenkt. Langfristige spanische Anleihen wurden von "AA-" auf "A" herabgestuft. Dass die die Nachfrage nach den Schatzwechseln dennoch rund drei Mal so groß war wie das Angebot, löste an den Märkten Erleichterung aus: Die Kurse bereits im Umlauf befindlicher spanischer Staatsanleihen zogen kräftig an. Die Renditen von Zehnjahrespapieren, die sich entgegengesetzt zu den Preisen bewegen, fielen um 0,10 Prozentpunkte auf 5,09 Prozent.
Spanien ist nach Italien das größte Sorgenkind der Euro-Zone. Die Refinanzierungskosten des Landes stiegen in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres kräftig an. Seit einigen Wochen gehen sie aber zurück, obwohl das Haushaltsdefizit mit rund acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um zwei Prozentpunkte höher ausfiel als geplant. Kurz vor Weihnachten hatte die neue Regierung unter dem konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy ihre Arbeit aufgenommen. Sie brachte in der vergangenen Woche ein
15,3 Mrd. Euro schweres Sparpaket durchs Parlament.
Am Donnerstag will Madrid langlaufende Anleihen im Volumen von 4,5 Mrd. Euro begeben. Bei der ersten Anleihe-Auktion des neuen Jahres in der vergangenen Woche hatten sich Investoren regelrecht um spanische Langläufer gerissen: Die Nachfrage war so hoch, dass Spanien anstelle der geplanten 5 Mrd. Euro rund 10 Mrd. Euro aufnahm.
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