Spanien steht seit Ausbruch des griechischen Schuldendramas im vergangenen Jahr unter verschärfter Beobachtung der Märkte. Zwar ist die Gesamtverschuldung des Landes mit rund 60 Prozent deutlich geringer als beispÃelsweise in Deutschland, wo die Staatsschulden im vergangenen Jahr 83 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichten. Infolge der Wirtschaftskrise stieg in Spanien die Neuverschuldung aber stark an.
Zwar lobt der IWF, dass Spanien im vergangenen Jahr sein Haushaltsdefizit von 11,2 auf 9,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verringerte und damit sein ursprüngliches Sparziel leicht übertraf. Um die Neuverschuldung Ende 2014 wie geplant auf 2,1 Prozent zu drücken, müsse die Regierung aber mehr sparen als bislang geplant. Nötig seien zusätzliche Anstrengungen im Umfang von rund zwei Prozent. Gemessen an der spanischen Wirtschaftsleistung von 670 Mrd. Euro im vergangenen Jahr wären das gut 13 Mrd. Euro.
Abwicklung notorischer Krisenbanken gefordert
Überdies fordert der Währungsfonds mehr Ehrgeiz bei der Umstrukturierung des Bankensektors. "Banken, die keine Aussicht darauf haben, ihre Kapitalisierungslücken aufzufüllen, sollten rasch umstrukturiert oder - falls nicht überlebensfähig - abgewickelt werden", heißt es in dem Bericht. Der staatliche Bankenrettungsfonds Frob solle nur dann einspringen, wenn keine andere Lösung möglich sei.
Die spanische Regierung hat den notleidenden Sparkassen (Cajas) Frob-Hilfen in Aussicht gestellt, falls sie bis Ende September keine privaten Kapitalgeber finden sollten. Die Probleme der Cajas schaden nach Einschätzung des IWF dem gesamten spanischen Bankensektor: "Obwohl der Kapitalbedarf begrenzt ist und nur einige wenige Institute betrifft, sind die Refinanzierungsbedingungen für die spanischen Banken insgesamt schlechter als für andere."