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Merken   Drucken   23.01.2012, 12:19 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Spanische Zentralbank erwartet Konjunktureinbruch

Die Wirtschaft des Euro-Krisenlandes wird nach Einschätzung der Währungshüter um 1,5 Prozent schrumpfen. Ausländische Experten sind noch pessimistischer. Die Sparziele sind in Gefahr.
© Bild: 2010 Andrea Comas / Reuters
Die Wirtschaft des Euro-Krisenlandes wird nach Einschätzung der Währungshüter um 1,5 Prozent schrumpfen. Ausländische Experten sind noch pessimistischer. Die Sparziele sind in Gefahr.
Die spanische Notenbank rechnet in diesem Jahr mit einem Konjunktureinbruch um 1,5 Prozent. Bereits im zurückliegenden Quartal sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent geschrumpft, teilten die Währungshüter am Montag mit. Im gesamten Jahr 2011 sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,7 Prozent gestiegen. 2013 wird sich die Wirtschaft nach Einschätzung der Notenbank wieder fangen und um 0,2 Prozent wachsen.
Trotz Rezession geht die Notenbank davon aus, dass das spanische Haushaltsdefizit dieses Jahr auf 4,4 Prozent des BIP sinkt. Haushaltsminister Cristóbal Montoro hatte vergangene Woche in einem FTD-Interview Zweifel geäußert, ob sein Land dieses von der sozialistischen Vorgängerregierung gesteckte Ziel erreichen werde. Im vergangenen Jahr fiel das Haushaltsloch mit rund acht Prozent des BIP um zwei Prozentpunkte höher aus als geplant. Montoro gehört der konservativen Volkspartei des neuen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy an.
Spanien kämpft um das Vertrauen der Märkte. Die Refinanzierungskosten des Landes stiegen in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres kräftig an. Seit einigen Wochen gehen sie aber zurück. Neben einem 15 Mrd. Euro schweren Sparpaket der neuen Regierung trug zu der Entspannung wohl auch eine Geldspritze der Europäischen Zentralbank (EZB) bei: Die Notenbank stellte den Geschäftsbanken im Dezember erstmals Kredite für eine Laufzeit von drei Jahren zur Verfügung.
Der Sparkurs der neuen Regierung verschärft allerdings die Gefahren für die Konjunktur. Der Internationale Währungsfonds (IWF), der am Dienstag eine neue Prognose zur Entwicklung der Weltwirtschaft veröffentlicht, ist laut Agenturberichten noch pessimistischer als die Zentralbank in Madrid. Der Fonds gehe davon aus, dass die spanische Wirtschaft dieses Jahr um 1,7 Prozent und 2013 um weitere 0,3 Prozent schrumpfe, meldet die italienische Nachrichtenagentur ANSA unter Berufung auf einen Entwurf der IWF-Prognose. Die US-Bank Citigroup sagt Spanien sogar einen Konjunktureinbruch um 2,7 Prozent voraus.
  • FTD.de, 23.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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