Die Bruegel-Autoren halten verschiedene Wege für möglich. So könnten sich zunächst solide haushaltende Staaten freiwillig zusammenschließen und mit der Einführung von Eurobonds vorangehen.
Der Anreiz: Auf diese Weise entstünde ein größerer Anleihemarkt mit höheren Handelsvolumina. Ein solcher liquider Markt wäre nach Einschätzung der Forscher für viele Investoren attraktiver als Papiere stabiler, aber kleiner Staaten. Viele asiatische Zentralbanken beispielsweise kauften innerhalb der Euro-Zone bislang praktisch nur deutsche und französische Schuldtitel, schreiben die Experten. Folgt man dieser Argumentation, könnte die Einführung von Gemeinschaftsanleihen etwa für die Niederlande, Finnland und Österreich attraktiv sein.
Eurobonds sind ...?
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Antwort 1:
die Lösung der Krise
13%
Antwort 2:
ein Akt der Verzweiflung
27%
Antwort 3:
definitiv abzulehnen
59%
15657 Stimmen
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Alternativ wäre auch eine sofortige Umstellung des gesamten Bond-Markts in der Währungsunion möglich. Für eine solche Lösung treten Euro-Gruppenchef Juncker und der italienische Finanzminister Tremonti ein. Nach ihrem Vorschlag sollte die europäische Schuldenagentur sofort bis zu 50 Prozent der Neu-Emissionen der Einzelstaaten übernehmen.
Länder wie Portugal, die wegen der hohen Zinslast derzeit praktisch keine nationalen Anleihen begeben können, könnten für einen befristeten Zeitraum sogar komplett über Eurobonds finanziert werden. Praktisch ist das jetzt schon der Fall: Der Euro-Rettungsfonds EFSF begibt an den Märkten Anleihen, für die alle Staaten der Währungsunion haften, und reicht das Geld an Irland oder Portugal weiter. Allerdings müssen die beiden Staaten dafür bislang Zinsen zahlen, die leicht über den EFSF-Finanzierungskosten liegen.
Die neue Schuldenagentur soll nach Junckers Vorstellungen obendrein Inhabern von Staatsanleihen hoch verschuldeter Länder einen Umtausch der Papiere in Eurobonds anbieten. Dabei müssten die Investoren allerdings Abschläge hinnehmen. Für eine griechische Anleihe im Nennwert von 100 Euro bekämen sie einen Eurobond mit einem geringeren Nominalbetrag. Auf diese Weise würden sie für die hinzugewonnene Sicherheit bezahlen, Griechenland würde ein Teil seiner Schulden erlassen. Eurobond-Emissionen und Anleihetausch zusammen würden solange fortgesetzt. Einen solchen Anleihetausch befürworten auch die Forscher des Bruegel-Instituts.