Harrisburg in Pennsylvania erwägt einen Insolvenzantrag
Viele amerikanische Gemeinden finanzieren sich über die Ausgabe von Anleihen, sogenannten Municipal Bonds. Nach Angaben der US-Börsenaufsicht SEC halten Investoren derzeit Muni-Bonds im Wert von 2800 Mrd. Dollar, die von den Städten früher oder später zurückgezahlt werden müssen.
Schon vor einem Monat hatte der Chef der Investmentbank
JP Morgan , Jamie Dimon, vor einer Pleitewelle unter den US-Kommunen gewarnt. Auch die Analystin Meredith Whitney, die sich mit frühen Warnungen vor der Finanzkrise einen Ruf erworben hat, schlug Alarm. Sie befürchte 2011 Zahlungsausfälle in Höhe von "mehreren hundert Milliarden Dollar", sagte Whitney im Dezember in einem Fernseh-Interview. Später räumte sie allerdings ein, es handele sich um eine grobe Schätzung.
Ratingagentur warnt vor Panikmache
Moody's-Chef McDaniel rechnet ausdrücklich nicht mit einer Krise des gesamten Muni-Markts. "Wir halten das für sehr unwahrscheinlich." Zwar sei eine generelle Krise nicht auszuschließen, die Situation der einzelnen Gemeinden sei aber sehr unterschiedlich, sagte McDaniel der "Financial Times". "Wenn die Marktteilnehmer ein genaueres Verständnis der Risiken und der stützenden Faktoren im Muni-Sektor entwickeln, sollte das eine Panikreaktion verhindern."
Historisch betrachtet sind die Ausfallraten von Muni-Bonds sehr gering. In den vergangenen vier Jahrzehnten lag die Quote laut einer früheren Analyse von Moody's bei Kommunalanleihen mit Investment-Grade-Rating bei 0,03 Prozent. Bei vergleichbaren Unternehmensanleihen lag sie mit 0,97 Prozent deutlich höher.