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Merken   Drucken   22.06.2011, 17:15 Schriftgröße: AAA

Schuldenprobleme: Pimco-Chef El-Erian warnt vor Finanzkrise II

Es ist harter Tobak: Der Topstratege des weltgrößten Anleiheinvestors sieht schwarz für Griechenland. Er hält eine Umschuldung für unausweichlich. Die könnte laut El-Erian die gesamte Weltwirtschaft in die Krise reißen.
© Bild: 2011 Bloomberg
Es ist harter Tobak: Der Topstratege des weltgrößten Anleiheinvestors sieht schwarz für Griechenland. Er hält eine Umschuldung für unausweichlich. Die könnte laut El-Erian die gesamte Weltwirtschaft in die Krise reißen.
Falls Griechenland umschuldet, könnte das gravierende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben, meint Mohamed El-Erian , Chef des weltgrößten Anleiheinvestors Pacific Investment Management Co (Pimco): "In den nächsten drei Jahren werden wir sehen, wie verschiedene Volkswirtschaften verschiedene Probleme angehen", sagte El-Erian bei einer Telefonkonferenz in Taipeh. Für europäische Volkswirtschaften, insbesondere Griechenland, führe dieser Weg über eine Umstrukturierung der Verbindlichkeiten. Es sei zwar unwahrscheinlich, aber möglich, dass das eine neue weltweite Finanzkrise auslöse.
Kursinformationen und Charts
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Am Mittwoch erst hatte Griechenland einen kleinen Schritt in Richtung Rettung gemacht: Das Athener Parlament sprach Präsident Giorgos Papandreou das Vertrauen aus. Die Entscheidung macht die Zustimmung der Abgeordneten zu einem neuen Sparpaket von rund 110 Mrd. Euro wahrscheinlicher, das in der kommenden Woche beraten werden soll.
Große Probleme sieht El-Erian auch auf Spanien, Portugal und Irland zukommen - ebenso wie auf Deutschland und Frankreich, da die Banken der Länder einen großen Anteil an griechischen Anleihen halten. Zudem hält El-Erian die Währungen Dollar , Yen  und Euro  für "strukturell beschädigt".
Schuldenkrise Das griechische Tafelblech
Seiner Meinung nach ist die Weltwirtschaft derzeit auf einem "holprigen Weg hin zu einer neuen Normalität." Die Rolle der entwickelten Volkswirtschaften werde demnach abnehmen. Bittere Pille für Anleger: Laut der Allianz -Tochter müssen sie sich auf geringere Erträge einstellen.
Der Investmentchef von Allianz Global Investors Capital (AGIC), Horacio Valeiras, ergänzte, auch Irland und Portugal könnten möglicherweise auf eine Umstrukturierung ihrer Staatsschulden angewiesen sein. Details nannte er allerdings nicht. Die Europäische Union und der Internationale Währungsfonds (IWF) suchen seit Wochen Wege, einen drohenden Bankrott des griechischen Staates zu vermeiden.
Debattiert wird dabei auch immer wieder über eine Beteiligung privaten Anleihegläubiger, vor allem Banken und Versicherungen oder Fonds. Eine Umstrukturierung der Verbindlichkeiten, also eine Streckung der Rückzahlung, ein Umtausch in neue Anleihen oder gar ein harter Schuldenschnitt würden aber von den internationalen Ratingagenturen nach eigenen Aussagen als technische Pleite angesehen.
Das wäre ein sogenanntes Kreditereignis, das wiederum die Auszahlung von CDS-Kreditversicherungen nach sich ziehen würde. Mit denen können sich Investoren gegen den Ausfall von Verbindlichkeiten absichern. Diese CDS werden ebenfalls meist von Banken und Versicherungen angeboten, die durch die fälligen Summen weiter belastet würden. Denn eine Umstrukturierung der Griechen-Schulden würde ohnehin zu hohen Abschreibungen in den Bilanzen vieler Unternehmen der Finanzwirtschaft führen. Beides zusammen könnte auch größere Institute ins Wanken bringen.
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  • FTD.de, 22.06.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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