Schuldenkrise
Das griechische Tafelblech
Seiner Meinung nach ist die Weltwirtschaft derzeit auf einem "holprigen Weg hin zu einer neuen Normalität." Die Rolle der entwickelten Volkswirtschaften werde demnach abnehmen. Bittere Pille für Anleger: Laut der
Allianz -Tochter müssen sie sich auf geringere Erträge einstellen.
Der Investmentchef von Allianz Global Investors Capital (AGIC), Horacio Valeiras, ergänzte, auch Irland und Portugal könnten möglicherweise auf eine Umstrukturierung ihrer Staatsschulden angewiesen sein. Details nannte er allerdings nicht. Die Europäische Union und der Internationale Währungsfonds (IWF) suchen seit Wochen Wege, einen drohenden Bankrott des griechischen Staates zu vermeiden.
Debattiert wird dabei auch immer wieder über eine Beteiligung privaten Anleihegläubiger, vor allem Banken und Versicherungen oder Fonds. Eine Umstrukturierung der Verbindlichkeiten, also eine Streckung der Rückzahlung, ein Umtausch in neue Anleihen oder gar ein harter Schuldenschnitt würden aber von den internationalen Ratingagenturen nach eigenen Aussagen als technische Pleite angesehen.
Das wäre ein sogenanntes Kreditereignis, das wiederum die Auszahlung von CDS-Kreditversicherungen nach sich ziehen würde. Mit denen können sich Investoren gegen den Ausfall von Verbindlichkeiten absichern. Diese CDS werden ebenfalls meist von Banken und Versicherungen angeboten, die durch die fälligen Summen weiter belastet würden. Denn eine Umstrukturierung der Griechen-Schulden würde ohnehin zu hohen Abschreibungen in den Bilanzen vieler Unternehmen der Finanzwirtschaft führen. Beides zusammen könnte auch größere Institute ins Wanken bringen.