Die Inflation in Großbritannien hat im Dezember ein Achtmonatshoch von 3,7 Prozent erreicht. Der Anstieg ist damit deutlich höher als erwartet. Im November hatte die Teuerung noch bei 3,3 Prozent zum Vorjahr gelegen. Im Monatsvergleich legten die Preise im Dezember um ein Prozent zu. Das ist das größte solche Plus seit Beginn der Aufzeichungen 1996. Haupttreiber waren höhere Preise für Lebensmittel und Energie.
Das Dilemma der Bank of England (BoE) verstärkt sich damit. Eigentlich spricht die starke Teuerung für eine Anhebung der Zinsen, die auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent liegen. Die BoE hält aber bislang still, weil sie die britische Wirtchaft stützen will, die den drastischen Sparkurs der Regierung verkraften muss. Die von Premierminister David Cameron geführte Regierung geht mit erheblichen Kürzungen gegen ein Haushaltsdefizit von rund elf Prozent der Wirtschaftsleistung im vergangenen Haushaltsjahr an.
Das dürfte sich auswirken: Die Handelskammern des Landes erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres nur noch um 0,2 bis 0,3 Prozent wachsen wird. Für das vierte Quartal werden 0,4 Prozent erwartet, in den drei Monaten bis Ende September hatte das Plus noch bei 0,7 Prozent gelegen.
Die neuen Inflationszahlen wecken dennoch Hoffnungen, dass die BoE sich doch früher bewegt als erwartet. Das britische Pfund kletterte zum Dollar zeitweise um rund ein Prozent auf 1,6060 Dollar. Damit erreichte es den höchsten Stand seit acht Wochen. Später lag es 0,6 Prozent im Plus bei 1,5989 Dollar.