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Das Interview mit den Ex-Notenbankern folgte auf eine Serie enttäuschender Konjunkturdaten. Die Regierung hatte in der vergangenen Woche bekanntgegeben, dass die Wirtschaft deutlich langsamer wächst als erwartet. Im ersten Halbjahr stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufs Jahr hochgerechnet um 0,8 Prozent. Auch die jüngsten Einkaufsmanager-Indizes für Industrie und Dienstleistungen deuten auf eine Verlangsamung des Wachstums hin.
Die US-Notenbank hatte erst Ende Juni ein 600 Mrd. schweres Programm zur Stützung der Konjunktur abgeschlossen. Die Fed steckte das Geld in US-Staatsanleihen, die sie den Geschäftsbanken abkaufte. Ziel war eine Ausweitung der Geldmenge und eine Senkung der langfristigen Zinsen, um die Kreditvergabe an Verbraucher und Unternehmen und damit auch das Wachstum anzukurbeln. Es handelte sich bereits um die zweite Runde von Anleihekäufen, sie wurde als geldpolitische Lockerung oder Quantitative Easing 2 (QE2) bezeichnet.
Inflationsrate spricht gegen QE3
Der frühere Vizepräsident der Fed, Donald Kohn, erwartet von der Notenbanksitzung am kommenden Dienstag noch keine Entscheidung über eine dritte Runde. Falls sich die Wachstumsschwäche aber verfestige und die Inflationsrate sinke, sollte die Fed QE3 aber "sehr ernsthaft in Betracht ziehen", sagte Kohn dem "Wall Street Journal". Der ehemalige Chef geldpolitischen Abteilung der Fed, Brian Madigan, sprach sich sogar für eine sofortige Wiederauflage der Anleihekäufe aus.
Der amtierende Notenbankchef
Ben Bernanke hatte am 14. Juli allerdings gesagt: "Wir sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht bereit, erneut in Aktion zu treten." Zur Begründung verwies er auf den Anstieg der Inflationsrate.