Etliche Staaten gerieten unter Druck: Die Renditeabstände zwischen zehnjährigen deutschen Bundesanleihen und Staatsanleihen aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Österreich kletterten auf Rekordstände. Auch Kreditausfallversicherungen verteuerten sich. "Das spiegelt ein Misstrauen gegen die Währungsunion als ganzes wider", sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. Einen konkreten Auslöser für den Ausverkauf habe es nicht gegeben. Bill Blain von Newedge meinte jedoch: "Es besteht die Möglichkeit, dass Italien und Spanien gleichzeitig um Hilfe bitten."
Frankreich musste bei der Emission von zehnjährigen Staatsanleihen einen Renditeanstieg um 0,17 Prozentpunkte auf 3,593 Prozent verkraften. Am Zweitmarkt kletterten die Renditen bis auf 3,674 Prozent. Selbst die Niederlande und Österreich sind mit steigendem Misstrauen am Anleihemarkt konfrontiert. Bei zehnjährigen Anleihen aus dem Alpenland stiegen die Renditen bis auf 3,704 Prozent. Ebenso wie bei Frankreich gilt das Top-Rating von "AAA" für Wien als gefährdet. Als Ergebnis der Entwicklung hat der Renditeabstand zu deutschen Bundesanleihen für die Länder den höchsten Abstand seit der Euro-Einführung erreicht.
Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps, CDS) für Italien, Spanien, Belgien und Frankreich stiegen ebenfalls auf Rekordmarken. CDS von Italien schnellten 27 Basispunkte hoch auf 589, während es für die Spanien-Papier 23 Basispunkte auf 480 aufwärts ging. Französische CDS kletterten um 19 Basispunkte auf 233, und für belgische CDS ging es um 21 Basispunkte auf 344 aufwärts. Damit kostet es 344.000, um ein 10-Mio.-Euro-Investment in belgische Staatsanleihen für ein Jahr gegen einen Ausfall abzusichern.